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ZDF: Schattenkinder - leben mit kranken Geschwistern

Bild: ZDF/Thilo Stock
Franziska (20) kümmert sich liebevoll um ihre kranke Schwester Annika.

ZDF: Schattenkinder - leben mit kranken Geschwistern

09.01.2007, (MR)

Am 16. Januar 2007 sendet das ZDF um 22:15 Uhr im Rahmen der Reihe 27 Grad den Dokumentarfilm "Schattenkinder" (von Caroline Haertel und Mirjana Momirovic). Der Film dokumentiert das Leben von Kindern, die mit teils schwer kranken Geschwistern leben und früh viel Verantwortung im Leben ihrer Geschwister übernehmen.

ZDF: Schattenkinder
16.01.2007
22:15 Uhr
Aus der Ankündigung:
"Angelina(14) war erst ein Jahr alt, als bei ihrer neugeborenen Schwester Franziska ein lebensbedrohlicher Herzfehler festgestellt wurde. Fast zwei Jahre lang verbrachte Franziska im Krankenhaus, Angelina wurde von den Großeltern aufgezogen. Obwohl Franziska jetzt - nach den vielen Operationen - zu Hause leben kann, bestimmt ihre Krankheit den Alltag der Familie. Natürlich bemühen sich die Eltern, auch Angelina gerecht zu werden, aber ihre Kraft reicht oft einfach nicht: "Wir sind so mit Franziska beschäftigt, dass wir gar nicht sehen, was Angelina alles leistet", ist sich die Mutter bewusst und der Vater gesteht: "Wenn Franziska mal wieder am Herzen operiert wird, da sind meine Gedanken natürlich immer bei ihr, ich schaffe es kaum zu arbeiten und dann abends zieht es mich natürlich auch zu ihr, da will man nur zu dem kranken Kind." Angelina ist ein sehr stilles Mädchen, dem es schwerfällt, über seine Gefühle zu sprechen - auch aus Angst die Familie zu verletzen. Auf die Nöte und Bedürfnisse der "Geschwisterkinder" ist man erst in den letzten Jahren aufmerksam geworden. "Für alle gibt es Hilfe, für die kranken und behinderten Kinder und für die Eltern, doch an die gesunden Geschwisterkinder hat keiner gedacht", kritisiert der Sozialpädagoge Eberhard Grünzinger, der sich seit zehn Jahren intensiv um Geschwisterkinder kümmert. In Seminaren, Gesprächsgruppen und Ferienfreizeiten hilft er "Geschwisterkindern" mit ihrer besonderen Situation klarzukommen und berät auch die Eltern. Denn die besondere Situation der Geschwisterkinder kann auch positive Aspekte haben. "Geschwisterkinder" lernen sehr früh soziale Kompetenz, Mitgefühl und Dankbarkeit für scheinbar Selbstverständliches wie Gesundheit oder Zuwendung. Auch Martin (12) ist an der Behinderung seiner 19-jährigen Schwester Annika gewachsen. Schon jetzt passt er abends auf sie auf, wenn seine Eltern zum Tanzkurs gehen und ist stolz darauf, sie beruhigen zu können, wenn sie Schmerzen hat oder traurig ist. "Wenn Annika gesund wäre, wäre sie jetzt schon viel weg und ich wäre der Kleine, dem geholfen wird, aber so sind wir halt alle für Annika da." Obwohl er seine Schwester liebt und sich rührend um sie kümmert, fällt es ihm nicht leicht auf Dinge zu verzichten, die für andere Kinder selbstverständlich sind. "Am schlimmsten ist der erste Schultag nach den Ferien, wenn alle erzählen, wo sie überall in Urlaub waren und ich sage dann, wir waren drei Tage am Bodensee." In Urlaub zu fliegen ist für Martins Familie fast unmöglich, da Annika aufgrund einer Schädigung des Kleinhirns geistig behindert ist und im Rollstuhl sitzt. Annika ist zwangsläufig der Mittelpunkt der Familie. Martin muss viel Geduld haben, zum Beispiel, wenn Annika ihn bei den Hausaufgaben stört, weil sie nicht versteht, dass er sich konzentrieren muss. Zweimal in der Woche unternimmt sein Vater etwas mit Martin allein, damit auch er mal die volle Aufmerksamkeit hat. Auch Caroline (15) hat am Wochenende manchmal keine Lust, auf ihren neunjährigen Bruder Levi aufzupassen und macht es trotzdem, einfach weil ihre Mutter sie braucht. Levi ist seit seiner Geburt geistig behindert, hyperaktiv und Epileptiker. Das bedeutet für seine allein erziehende Mutter, dass sie selbst die kleinsten Dinge nur machen kann, wenn Caroline oder ihre 13-jährige Schwester Hillary auf Levi aufpassen, weil er, sobald er unbeaufsichtigt ist, etwas anstellt. Da Levi abends die meisten epileptischen Anfälle bekommt, geht seine Mutter mit ihm ins Bett und verlässt sich darauf, dass die Mädchen auch wirklich zu Hause bleiben. "Ich würde das Vertrauen meiner Mutter nie ausnutzen", sagt Caroline "sowieso versuche ich keine Extraschwierigkeiten zu machen und Verantwortung zu übernehmen, meine Mutter hat es schon schwer genug." Caroline kümmert sich liebevoll um ihren kleinen Bruder und sieht auch Vorteile in seiner Behinderung: "Levi würde nie berechnend sein, wenn er mir sagt, 'du bist ein Schatz.' Dann bin ich sehr stolz, weil ich weiß, dass er es absolut ehrlich meint. Außerdem ist er eine gute Schule für später. Wenn ich manchmal sehe bei welchen Kleinigkeiten die Eltern von normalen Kindern gestresst sind, denke ich, das ist doch gar nichts gegen Levis Ausraster. Ich werde später mit meinen eigenen Kindern bestimmt ganz entspannt sein, weil ich durch Levi viel mehr Stress gewohnt bin." "37º" erzählt von den Schwierigkeiten, aber auch von den Chancen von Geschwisterkindern und ihren Familien." (Quelle: ZDF)

 

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