Auf dem 25. Chaos Computer Congress gab es einen spannenden Vortrag, der den Überwachungsstaat aus einer ganz anderen Perspektive beleuchtet - kein Bundestrojaner sondern vielmehr die Untersuchungs des "Neusprech - Politikersprache zwischen Orwell und Online" durch Prof. Martin Haase (Universität Bamberg, Romanische Sprachwissenschaft).
"Infolge der Anschläge vom 11. September 2001 ist die „innere Sicherheit“ zu einem wichtigen Thema der Politik geworden. Während sich Politiker durch sicherheitspolitische Maßnahmen Zuspruch erhoffen, ist die mit solchen Maßnahmen verbundene Einschränkung der persönlichen Freiheit problematisch und unpopulär. Daher versuchen Sicherheitspolitiker, ihre Pläne rhetorisch-sprachlich so zu verpacken, dass positive Aspekte hervorgehoben und negative ausgeblendet werden." (Quelle: Webseiten CCC)
Haase untersucht aus der Perspektive der Rhetorik wie unsere "Sicherheitspolitiker" zu immer waghalsigeren Floskeln greifen, um uns ihr "Sicherheitspaket" zu verkaufen. Anhand interessanter Beispiele zeigt er die Euphemismen auf, zu denen hier häufig gegriffen werden muss - Innenminister Schäuble in der ersten Reihe: "Gefährder zu behandeln wie Kombattanten und zu internieren". Prof. Haase zerlegt dann die Phrase und zeigt die Verwirrungsstrategie auf - genug zitiert wir können den Text nur wärmstens empfehlen.
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