Wir hatten auf reticon schon über das umstrittene Kinderbuch "Wo bitte geht's zu Gott?" berichtet. Das Familienministerium hatte im Rahmen der Diskussion zuletzt einen Antrag auf "Indizierung" gestellt, der jetzt Gott sei Dank von der Bundesprüfstelle abgelehnt wurde.
"Wo bitte geht's zu Gott?" ist eine Auseinandersetzung mit den drei Weltreligionen, die kritisch in Form eines Kinderbuchs daherkommt, das sich in erster Linie wohl an Erwachsene richtet. Mit unschuldigen Fragen gehen Ferkel und Igel auf die Suche nach Gott, werden von allen Religionen enttäuscht und stellen schlussendlich fest, dass es ihnen ohne Religion und Glaube besser ging.
Die Empörung war groß, die einen waren beleidigt, die anderen sprachen gar von Antisemitismus, es wurde geklagt und eben auch ein Indizierungsantrag gestellt.
Schön ist, dass dieser nun zurückgewiesen wurde, ebenso auch die Begründung:
"Das 12er-Gremium, das sich aus ehrenamtlichen, weisungsunabhängigen Beisitzerinnen und Beisitzern aus unterschiedlichen gesellschaftlich relevanten Gruppen zusammensetzt, hat im Hinblick auf diese Entscheidung umfassend diskutiert. Es ist zu der Auffassung gelangt, dass das Buch, da vorliegend alle drei Religionen gleichermaßen angegriffen werden, nicht als antisemitisch einzustufen ist. Diese Ansicht vertritt auch der Zentralrat der Juden in Deutschland in seiner Presseerklärung vom 6. Februar 2008.
Dass
in dem Buch Religionskritik geübt wird und dessen Inhalt möglicherweise
das religiöse Empfinden der Gläubigen der drei dargestellten Religionen
verletzt, war für die Bundesprüfstelle nicht entscheidungserheblich, da
dies keinen Tatbestand der Jugendgefährdung darstellt."
(Quelle: Pressemitteilung Bundesprüfstelle)
Schön zu sehen, dass ab und an doch die Vernunft siegt.
Informationen zum Artikel