Der Zenodot-Verlag hat sich ein großes und auf den ersten Blick anachronistisches Projekt vorgenommen: Er möchte eine Print-Version der Online-Enzyklopädie Wikiepdia herausbringen. 80.000 Seiten verteilt auf 100 Bände sind die Eckpfeiler der Printausgabe.
Nur zum Vergleich - der Brockhaus kommt auf ungefähr ein Drittel dieser Größe. Es sei aber gleich gesagt, dass Masse und Klasse natürlich zwei verschiedene Dinge sind, Wikipedia ist aber auf einem guten Weg.
Das klingt zurecht nach einem großen Projekt - gleichzeitig drängen sich natürlich Fragen auf, ob das tatsächlich Sinn macht. Lebt nicht die Wikipedia gerade dadurch, dass sie online ist und schnell auf Veränderungen reagieren kann. Ein Artikel wird immer wieder angepasst, aktuelle Entwicklungen sind normalerweise binnen Minuten in den entsprechenden Artikeln ergänzt.
Auf der anderen Seite haben gerade die letzten Diskussionen um Wikipedia zu einer Art "Konsolidierung" geführt. So wird z.B. diskutiert, dass ein Artikel so etwas wie einen Stadium "fertig" erreichen kann und Änderungen, vor einem Jahr noch undenkbar. Gleichzeitig liegt für Wikipedia in Print-Varianten auch eine weitere Chance. Man erreicht neue Zielgruppen, denn es gibt sie immer noch: Die Menschen, die sich gerne Bücher ins Regal stellen und nicht erst den PC einschalten wollen um schnell einmal etwas nachzuschlagen. Eine Print-Wikipedia wird sicher bei den großen Lexikas wie z.B. Brockhaus sehr genau beobachtet werden, drängt man doch nun in deren Markt.
Gleichzeitig trägt der Verlag durch Redaktionsteams und einen wissenschaftlichen Beirat zur Qualitätssicherung der Print-Ausgabe bei, die dann auch der Online-Ausgabe zu Gute kommt.
Aus unserer Perspektive ein guter Ansatz, der durchaus Erfolg verspricht. Der Zenodot-Verlag hat schon im letzten Jahr einzelne Teile aus Wikipedia in Buchform veröffentlicht und verfügt somit über erste Erfahrungen in diesem Gebiet. Im Oktober soll der erste Band auf den Markt kommen - wir sind gespannt.
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