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Was Lehrer krank macht

Was Lehrer krank macht

10.07.2008, (RK)

Dass deutsche Lehrerinnen und Lehrern einen Stressberuf ausüben, von dem - im Vergleich zu anderen Berufen - besondere gesundheitliche Belastungen ausgehen, ist eine bereits bekannte, durch mehrere Untersuchungen belegte Tatsache. Mediziner der Freiburger Universitätsklinik haben analysiert, welche Faktoren es eigentlich sind, die schulische Lehrkräfte krankmachen.

Das Ergebnis der Untersuchung, an der knapp 1.000 südbadischen Lehrkräfte beteiligt waren: Offene Feindseligkeit, schwere Beleidigungen und Aggressivität, denen Lehrkräfte im Klassenzimmer von Schülerseite ausgesetzt sind, erwies sich - unter vielen berücksichtigten Einflüssen - als der bei weitem stärkste die Lehrergesundheit belastende Einzelfaktoren.

Auch von Elternseite erlebte Aggressivität und Unzufriedenheit hatte einen signifikanten negativen Einfluss. Besonders dramatisch scheint die Situation an Hauptschulen zu sein. Hier stellten die Freiburger Forscher fest, erlebten allein innerhalb eines Jahres mehr als 53% der Lehrkräfte, dass sie im Unterricht von Schülern schwer beleidigt oder aggressiv angegangen werden.

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Die Freiburger Mediziner interessierten sich jedoch nicht nur dafür, was die Lehrergesundheit gefährdet, sondern analysierten auch, welche Faktoren einen positiven Einfluss hatten: positive Rückmeldungen von Schülern oder Eltern, aber auch die gegenseitige Unterstützung, die sich Lehrkräfte innerhalb des Kollegiums einer Schule geben.

Man möchte meinen, dass sich ein geschlechtsrollentypischer Unterschied abbildet, wenn die Forscher erklären, dass vor allem weibliche Lehrkräfte gesund bleiben, wenn das kollegiale Klima gut ist, hingegen ihre männliche Kollegen allem Unterstützung durch ihre Schulleitung benötigen.

Die Freiburger Mediziner weisen darauf hin, dass die Fähigkeit, auch mit schwierigen Schülerinnen und Schülern gelingende Beziehungen zu gestalten, mittlerweile zu einer Kernkompetenz des Lehrerberufs zu zählen ist. "Die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern wird den hohen Anforderungen an die Beziehungskompetenz in diesem Beruf jedoch nicht gerecht", kritisiert Studienleiter Joachim Bauer. "Lehrkräfte, die zwar fachlich gut sind, aber nicht gelernt haben, gegenüber Schülern wirksam aufzutreten, sind nicht nur ineffiziente Ausbilder, sie verschleißen sich auch selbst und werden schneller krank".

Die Freiburger Mediziner haben daher ein Manual für ein Training entwickelt, welches Lehrerinnen und Lehrern, aber auch Lehramtsstudenten und Referendaren helfen kann, ihre Fähigkeiten im Bereich Beziehungsgestaltung am Arbeitsplatz zu verbessern und so ihre Gesundheit zu schützen.

(Quelle: IDW)

 

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