Angesichts der Ereignisse rund um Ebay möchten wir uns kurz der
Frage widmen, wie man eigentlich in Deutschland eine Domain mittels
eines KK-Antrages umzieht.
Was ist passiert?
Am
Wochenende war plötzlich www.ebay.de nicht mehr erreichbar. Besser
gesagt, erreichbar war die Adresse schon, nur wurde nicht die normale
Ebay-Seite angezeigt, vielmehr wurden die Besucher auf eine private
Homepage umgeleitet.
Grund war, dass in den DNS-Server ein neuer Server für www.ebay.de eingetragen worden war.
Eingetragen hatten diesen die DENIC: Die Spekulationen schossen schnell
aus dem Boden, nach kurzer Zeit war zwar bei der DENIC (der zentralen
Vergabestelle für Domains in Deutschland) wieder der korrekte Eintrag
vorhanden. Aber es dauert ca. einen Tag, bis sich eine neue Adresse im
Internet "verbreitet".
Schuld war ein KK
Inzwischen hat sich die Lage etwas geklärt. Ein sagen wir einmal
dreister Mensch hatte Umzugsanträge (sogenannte KKs) für verschiedene
Domains gestellt, u.a. google.com, amazon.de und eben ebay.de.
Umzugsanträge kann quasi jedermann über seinen Provider stellen. Es
sollte allerdings nicht passieren, dass quasi ein Besitzer seiner
Domain beraubt wird. Daher sind in Deutschland zwei Instanzen
geschaltet. Zum Einen soll der Provider des Antragstellers den Antrag
prüfen (so sollte z.B: der Auftraggeber mit dem Besitzer identisch
sein). Nach Eingang fragt dann die DENIC bei dem Provider des Besitzers
nach und erst nach einer Bestätigung wird die Schaltung vorgenommen.
Klingt soweit gut, trotzdem haben in diesem Fall alle beiden
Sicherungen versagt. Der erste Provider hat den Antrag anscheinend
nicht ausreichend geprüft und dann hat der Provider von Ebay wohl auch
nicht ganz richtig reagiert -- er reagierte auf die Anfrage der Denic
nämlich gar nicht. Erfolgt jedoch nach 5 Tagen keine Reaktion wird das
als Zustimmung genommen,. bei der DENIC laufen diese Vorgänge
vollautomatisch.
Was lernen wir daraus?
Ein guter Provider schadet nie und auch die schönsten Sicherheitsvorkehrungen helfen nicht immer.
Bitter allerdings für die Ebay-User, die in der Zeit nicht auf die
Seiten kamen. Das System lief im Hintergrund weiter, Versteigerungen,
für die kaum geboten wurde, kamen zu günstigen Abschlüssen. Ebay selbst
hat sich zu einem weiteren Vorgehen noch nicht geäußert.
Dem dreisten Menschen, der die KKs gestellt hat, droht nun vielleicht ein Strafverfahren.
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