Wer schon einmal selber probiert hat, mit dem Virtuellen Arbeitsmarkt
nach einem Job Ausschau zu halten, der wird das vernichtende Urteil des
Bundesrechnungshofes zur Online-Jobbörse sicher nachvollziehen können.
Nach einem Bericht bei GOLEM wurden
bei einer Prüfung des Rechnungshofes 44 Prozent aller Suchanfragen
falsch beantwortet. Betrachtet man sich die Entwicklungskosten von
bisher 98 Millionen Euro, so bleibt außer Entsetzen nicht viel übrig.
Viele Arbeitssuchende verwenden auch die unübersichtliche Oberfläche
der Arbeitsagentur nicht, sondern behelfen sich mit z.B. mit Recherchen
über die Netzeitung, die teilweise auch auf die Daten der Arbeitsagentur zurückgreift.
Häufig haben Anfrage und Ergebnis nicht viel miteinander zu tun. Noch
schlimmer wird es, wenn Arbeitssuchende sich dort ein Profil anlegen.
Nachdem standardisiert endlose "Skills" erfasst werden (die es
anscheinend für jeden Beruf gibt) hat man dann sein Profil fertig und
hofft, dass sich Arbeitgeber darauf stürzen.
Doch nach unseren
Recherchen gibt es kaum Arbeitgeber, die diese Technik nutzen - einzig
bekommen Menschen, die ihr Profil freigeben nun eine ganz neue Form von
"Spam". D.h. nach kurzer Zeit gibt es E-Mails zu Jobangeboten, die zwar
nichts mit dem eigenen Profil bei der Arbeitsagentur zu tun haben, wo
aber die E-Mailadresse offensichtlich über die Arbeitgeberschiene bei
der Arbeitsagentur recherchiert wurde. Meist sind es Angebote doch bei
diversen Telefonhotlines im Callcenter zu arbeiten, sich mit Internet
und PC zu Hause selbstständig zu machen usw., eine ganz neue Form
ungewollter Mails - sprich SPAM.
Aber schön, dass wir das mit
unseren Steuergeldern selbst bezahlt haben, ein weiteres IT-Grab, das
sich problemlos in die Liste der großen Geldgräber einreiht. Egal ob
Steuersoftware, Maut oder eben Online-Jobbörse - es hat immer viel
gekostet, funktioniert nur unzureichend und ist nie pünktlich fertig
geworden. Aber verantwortlich wird kaum einmal jemand für ein derartige
Verschwendung gemacht.
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