An der Universität Münster wird inKooperation von Industrie und Forschung an einem "Usertracking" im Museum gearbeitet. Das Museum freut sich besonders auf die Informationen zur Betrachtungsdauer und -häufigkeit. Das gehört wohl zur modernen Welt, dass alles ausgewertet werden soll.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen - natürlich wird der Besucher anonymisiert ausgewertet. Technisch wird das ganze mit RFID-Chips gelöst, die an den Exponaten anbgebracht sind. Der Besucher erhält einen PDA und durch die RFID-Tags "weiß" das Gerät wo der Besucher sich gerade befindet.
Das ist allerdings alles nicht so neu und revolutionär wie die Pressemitteilung es glauben macht. Mittels WLAN kann man recht schnell eine Infrastruktur schaffen, die es dem Besucher auch ermöglicht Informationen gezielt abzurufen. In Münster stellt sich zudem das Problem, dass alle Informationen auf dem PDA vorhanden sein müssen - also eher in die Geräte denn die Infrastruktur investiert wird.
Aus "pädagogischer Sicht" stellt sich uns die Frage, wie viel belastbare Aussagen man denn über Dauer und Häufigkeit der Betrachtung von Exponaten erlangt. Sicher ist es interessant zu wissen, welche Exponate besonders lange betrachtet werden - doch was lässt sich daraus ableiten (gutes Exponat? besonders schwierig zu verstehen?) - die Technik hilft uns nicht die Daten zu interpretieren. Und oft hilft ein Interview mit Besuchern hier genauso weit.
Viel interessanter ist es aus unserer Sicht, die Informationen zu Exponaten zum Besucher zu bekommen. Und da ist die Technologie erst einmal recht egal. Ob WLAN oder RFID - entscheidend sind gut aufbereitete Informationen, da sollte die Arbeit hineinfließen.
Weitere Informationen zum Projekt in Münster: Informationssystem für Museumsbesucher
Vergleichbare Geräte gibt es auch schon in anderen Museen im Einsatz, z.B. in der Bonner Guggenheim-Ausstellung (hier mit WLAN und ohne RFID)
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