Nach dem Debakel der Berichterstattung rund um die
Präsidentenwahl 2000 haben sich die amerikanischen Fernsehsender eine
strikte Zurückhaltung auferlegt. Im Wahlkampf Al Gore gegen george W.
Bush hatten Fernsehsender nach Hochrechnungen zunächst Al Gore zum
gewählten Präsidenten ausgerufen. Nachdem der konservative Sender FOX
George W. Bush in Florida zum Sieger ausgerufen hatte, schwenkten
andere Sender ebenfalls um, nur um Stunden später zu annoncieren, dass
das Ergebnis so knapp ist, dass nicht klar ist, wer der Sieger ist.
Diese Zurückhaltung bildet sich in der Fernsehberichterstattung von ARD und
ZDF nicht so ohne weiteres ab. Dort sah man heute morgen
Straßenumfragen, die den Eindruck erweckten, das George Bush der
wiedergewählte Präsident sei,
Es stehen allerdings noch fünf Staaten aus, darunter der entscheidende Staat Ohio.
Obwohl George Bush in Führung liegt, zeigte sich
Vizepräsidentenkandidat John Edwards vor einer Stunde den Anhängern der
Demokraten zuversichtlich und kämpferisch. Die Demokraten lassen
erkennen, dass sie nicht so einfach wie 2000 das Handtuch werfen werden
und alle legalen Mittel ausschöpfen werden, um auch die letzte Chance
zu nützen. Diesmal sind die Demokraten "tougher", wie Larry King bei
CNN bemerkte.
Der amerikanische Dokumentarfilmer Michael
Moore, der sich mit seinem letzten Film "Fahrenheit 9/11" in die
Auseinandersetzung um das Weiße Haus geworfen hatte, berichtet auf
seiner Webseite ebenfalls
von der Wahl. Bis zuletzt hatten er und sein Team versucht, Menschen
zur Wahl zu motivieren. Ein sicheres Ergebnis wird nicht vor heute
nachmittag erwartet.
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