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100 Dollar Laptop

Uruguay kauft 100-Dollar-Laptops

30.10.2007, (RK)

Urugay hat 100.000 des XO, auch bekannt als "100-Dollar-Laptop", bestellt. Damit hat die "One Laptop per Child" (OLPC)-Initiative von Nicholas Negroponte ihren ersten verbindlichen Auftrag. Das ambitionierte Non-Profit-Projekt, in dessen Rahmen ein kostengünstiges Laptop entsteht, welches in Hard- und Software für den Einsatz in Entwicklungsländern geeignet ist, musste zuletzt immer wieder den voraussichtlichen Preis der Geräte nach oben korrigieren.

Das Laboratorio Tecnológico del Uruguay (Latu) hatte die Bestellung aufgegeben. Die XO sollen in acht bis neun der 19 Regionen des Landes verteilt werden. Noch im Jahre 2008 soll der Rest des Landes, abschliessend die Haupstadt Montevideo 2009 versorgt werden, so Miguel Brechner, Präsident von Latu. Insgesamt will Latu 400.000 OLPC-Notebooks anschaffen und parallel zum Vetrieb der Notebooks auch alle Schulen Uruguays an das Internet anschliessen.

Interessant sind auch die Details und Hintergründe des Vertrags, über die Heise ausführlich berichtet. Demzufolge setzte sich die Firma Brightstar Uruguay mit einem XO gegen die brasilianische Grupo Positivo durch. Diese war mit dem Intel-Konkurrenzprodukt Classmate ins Rennen gegangen. Der Zuschlag erfolgte in einer Auktion, bei der Brightstar sein ursprüngliches Angebot von 205 US-Dollar pro Laptop auf 199 US-Dollar reduzierte. Darüber hinaus garantiert Brightstar 1.000 kostenlose Ersatzmaschinen, übernimmt 8 Prozent der Reparaturkosten sowie alle Schulungskosten. Die ebenfalls benötigen Server werden nach Angaben der Zeitung bei Interamericana de Computos zum Stückpreis von 601 US-Dollar gekauft. (Quelle: Heise)

Education for All

Der Initiator der Non-Profit-Projekts, der ehemalige Direktor des Media Lab am MIT Nicholas Negroponte, verspricht sich von dem Vorhaben, das Bildungspotential von Millionen Kindern, in Entwicklungsländern, die nie einen Lehrer oder eine Schule zu Gesicht bekommen, zu mobilisieren und dadurch Entwicklung zu unterstützen. Die Laptops stellen dabei lediglich die Infrastruktur für selbstständiges Lernen dar. „Dies ist ein Bildungsprojekt, kein Laptop-Projekt.“, erklärt Negroponte immer wieder.

Das XO wird vom weltweit größten Laptop-Hersteller Quanta produziert. Die anvisierten Kosten von 100-Dollar pro Laptop lassen sich nur realisieren, wenn OLPC Bestellungen in Millionenhöhe realisieren kann. Entsprechend bemüht sich Negroponte seit Monaten Regierungen für den Erwerb und Einsatz des XO zu gewinnen. Nicht nur Regierungen von Entwicklungsländern sondern auch westliche Industriestaaten, wie z.B. der US-Bundesstaat Florida zeigten Interesse am XO.

Dabei kam es immer wieder auch zu Rückschlägen. So hatten Intel und Microsoft mit dem „Classmate“ ein alternatives Billig-Laptop entwickelt und offensiv beworben, das mit proprietärer Software läuft, während das XO ausschließlich mit Open Source Software arbeitet.

Negroponte unterstellte Intel reine Marktinteressen zu verfolgen, um sich Anteile an dem riesigen Potential des unerschlossenen Computer- und Softwaremarktes in den Entwicklungsländern zu sichern, während OLPC ohne Gewinnabsichten arbeitet. "Intel sollte sich schämen", so Negroponte. Der Streit wurde in einer ungewöhnlichen Volte beigelegt, als Intel der OLPC-Initiative beitrat.

Zuletzt hatte Negroponte angekündigt, den XO zum Weihnachtsgeschäft auch in Nordamerika zum Preis von 200 Dollar zu verkaufen. Damit solle für jedes verkaufte Laptop ein Gerät für die Entwicklungsländer finanziert werden.

Weitere Informationen unter www.laptop.org

(Quelle: Golem/BBC)

 

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