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Weltbildungsbericht Unesco

UNESCO-Weltbildungsbericht 2009 vorgestellt

25.11.2008, (RK)

Die Welt hinkt hinter den eigenen Bildungszielen hinterher. Das ist das kritische Fazit des aktuellen UNESCO Weltbildungsberichts "Bildung für alle", der heute bei der Weltkonferenz der Bildungsminister in Genf vorgestellt wurde. Der diesjährige Bericht steht unter dem Titel "Ungleichheit überwinden: warum politisches Handeln zählt". Schwerpunkte des Berichtes sind Bildungspolitik und Bildungsfinanzierung.

Der im Auftrag der UNESCO von einem unabhängigen Team verfasste Bildungsbericht (Education for all – Global Monitoring Report) gibt jährlich einen Zwischenstand über die beim Weltbildungsforum in Dakar 2000 vereinbarten sechs Bildungsziele: Bis zum Jahr 2015 sollen die frühkindlichen Förderung und Erziehung ausgebaut, Grundschulbildung für alle Kinder weltweit sichergestellt, Lernbedürfnisse von Jugendlichen und Erwachsenen abgesichert, die Analphabetenrate unter Erwachsenen halbiert, Geschlechter gleichberechtigt und die Bildungsqualität verbessert werden.

Bildungsziele werden verpasst

Von diesen ambitionierten Zielen ist die Weltgemeinschaft jedoch weiterhin weit entfernt. Der Fortschritt bei den sechs Dakar-Zielen wird insbesondere durch Benachteiligung aufgehalten: Einkommen, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Muttersprache und Behinderung sind dem Bericht zufolge Faktoren, die nach wie vor zu starker Benachteiligung und mangelnden Bildungschancen führen.

Wenn sich die derzeitigen Trends fortsetzen, werden 2015 immer noch mindestens 29 Millionen Kinder keine Schule besuchen. Wie zu erwarten verläuft eine große Kluft zwischen den reichen und armen Ländern hinsichtlich der Bildungschancen der dort aufwachsenden Kinder. Häufig sind auch die Unterschiede innerhalb eines Landes groß. Besonders Mädchen aus dem ländlichen Raum sind stark benachteiligt. Auch wenn in einigen der ärmsten Länder ermutigende Fortschritte sichtbar seien, würden bei der gegenwärtigen Entwicklung viele Bildungsziele verpasst, in einigen Fällen sogar bei weitem, so der diesjährige Report.

776 Millionen Analphabeten weltweit

Der Bericht weist darauf hin, dass die Schulsysteme vieler Länder dauerhaft unterfinanziert und unzureichend mit Personal ausgestattet sind. Allein in Afrika südlich der Sahara müssen 3,8 Millionen neue Lehrer eingestellt werden, um bis 2015 allen Kindern eine Grundschulbildung zu ermöglichen.

Immer noch können 776 Millionen Erwachsene weltweit nicht lesen und schreiben, 16 Prozent der Weltbevölkerung. Nach wie vor sind zwei Drittel der Analphabeten Frauen. Setzt sich die aktuelle Entwicklung fort, werden im Jahr 2015 immer noch über 700 Millionen Menschen Analphabeten sein.

Geberländer halten Zusagen nicht ein

Eine zentrale Schlussfolgerung des diesjährigen Weltbildungsberichtes ist, dass die nationalen Regierungen sozialer Gerechtigkeit dringend höhere Priorität einräumen müssen. Auf der Basis internationaler Erfahrungen identifiziert das Autorenteam eine Reihe von Maßnahmen, die größere Chancengleichheit herbeiführen können, darunter die Abschaffung von Schulgebühren, höhere Investitionen in Bildung, Anreize für Mädchen und benachteiligte Gruppen und mehr Gewicht auf Bildungsqualität.

Sehr kritisch beurteilt der Bericht auch die Politik der Geber, die ihre Entwicklungshilfezusagen in großer Zahl nicht einhielten. Der Bericht kommt zu der Einschätzung, dass im Jahr etwa 7 Milliarden US-Dollar fehlen, um bis 2015 das Ziel einer Grundbildung für alle zu erreichen. Während auf dem Treffen hochrangiger Regierungsvertreter zu den Millenniumszielen im September 2008 ermutigende Ankündigungen gemacht worden seien, zeigten die tatsächlichen Trends in eine andere Richtung. So stagniere seit 2004 die Hilfe für Grundbildung. Diese werde von einigen großen Geberländern stark vernachlässigt, vor allem Frankreich, Deutschland und Japan.

Der UNESCO Global Monitoring Report unter
www.unesco.org/en/education/efareport

Die deutschsprachige Zusammenfassung auf den Internetseiten der Deutschen UNESCO Komission

Die Inernational Conference on Education in Genf

(Quelle: PM)

 

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