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Unerkannt durch Freundesland: Sporthistoriker untersucht Funsportarten in der DDR

Schöne Welle

Unerkannt durch Freundesland: Sporthistoriker untersucht Funsportarten in der DDR

30.12.2005, (MR)

Kai Reinhart von der Universität Münster untersucht in seiner Dissertation, inwieweit es "Trendsportarten" auch in der DDR gab. Das Themenfeld reicht von Klettern über Skaten bis hin zu Windsurfen.

Häufig waren die Sportarten nicht unter diesen Begriffen bekannt, sondern bekamen neben einer neuen Bezeichnung auch eine "sozialistisch kompatible" Idee verpasst. Bekanntestes Beispiel ist wohl das "Stehbrett-Segeln".
"Während die Kletterer bereits eine vorsozialistische Tradition aufzuweisen hatten, in kleinen Clubs gut organisiert waren, aber seit Ende der 1940er Jahre gezwungen wurden, sich den staatlichen Betriebssportgemeinschaften (BSG) anzuschließen, entwickelte sich die Skateboard-Szene jenseits solcher Bevormundung. Jugendliche schraubten Bretter auf alte Rollschuhe und die ersten richtigen Skateboards kamen Ende der 70er Jahre in Westpaketen in die DDR. "Die Leute wussten zuerst überhaupt nicht, was damit alles geht", berichtet Reinhart. "Dass eine ganze Sportart und ein sehr eigener Lebensstil dahinter steht - diese Erkenntnis ist erst langsam im Laufe der 80er Jahren durchgedrungen und wurde begeistert aufgenommen." Christian Rothenhagen aus Ost-Berlin fasste es folgendermaßen zusammen: "Das hatte was von Punkrock, so irgendwie. Man war halt anders." Kurz vor der Wende kam auch das einzige Skateboard aus DDR-Fabrikation auf den Markt, "Germina Speeder" genannt. Das offizielle "Rollbrett" wurde von den Skatern allerdings kaum ernst genommen. Das Deck wurde abgebaut und weggeschmissen, die Achsen und Räder für die in Eigenbau gebastelten Skateboards aus Backbrettern wieder verwendet. Man habe damals mindestens so viel an den Bretter geschraubt, wie man damit gefahren sei, erinnern sich Zeitzeugen. Liebevoll wurden Logos und Aufkleber nachgemalt, um den westlichen Vorbildern nachzueifern." (Quelle: Pressemitteilung Universität Münster).

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