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Überlegungen zum aktuellen Stand der ADHS-Forschung

14.05.2007, (MR)

Unter dem Titel "Überlegungen zum aktuellen Stand der ADHS-Forschung" findet sich in der aktuellen Hauszeitschrift der HU Berlin (Humboldt-Spektrum) ein Beitrag von Prof. Bernd Ahrbeck, der sich mit dem aktuellen Stand rund um Hyperaktivität - gemeinhin ADHS auseinandersetzt.

Der Beitrag ist eine Zusammenfassung auf 4 Seiten seines Buches "Hyperaktivität - Kulturtheorie, Pädagogik, Therapie". Ahrbeck ist Professor für Verhaltensgestörtenpädagogik am Institut für Rehabliltationswissenschaften der HU Berlin.

Er geht in seinem Artikel auf Grundlagen und mögliche Ursachen ein. Dabei wehrt er sich gegen die weit verbreiteten Ansichten, die es rund um "Hyperaktivität" gibt. Ahrbeck erteilt einer "einzigen Ursache", die meist im biologischen Bereich gesehen wird, eine klare Absage:

"Gesellschaftlich gefragt sind nunmehr hochflexible Persönlichkeiten, die sich schnell auf Neues einstellen, es aber genauso zügig wieder aufgeben, um sich mit den nächsten Reizen, sprich: Anforderungen, zu beschäftigen. Das Alte darf dabei möglichst wenig innere Spuren hinterlassen, sonst wird es zu einer lähmenden Last. Wer langsam ist, verharrt, wer sich einer Sache ausdauernd widmet, gehört zu den Verlierern. Er ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit.
Ohne gebührende Gewichtung dieses kulturellen und gesellschaftlichen Hintergrundes lassen sich die heftige innere Unruhe und die massiven Aufmerksamkeitsstörungen, die viele Kinder gegenwärtig ergreift, kaum
erklären." (Quelle: Ahrbeck)

In der Entwicklung eines Kindes gilt es auch die Randbedingungen mit zu beachten. Eine schnellere Gesellschaft, Reizüberflutung, Informationsdichte sind die Dinge, mit denen sich ein Kind auseinandersetzen muss.

"In einer unruhigen und getriebenen, von fast allgegenwärtiger medialer Präsenz und einer zuvor unbekannten Reizdichte und -intensität durchzogenen Welt gibt es immer mehr Kinder, die in ihrem Verhalten massiv ungesteuert, motorisch überdreht und leicht ablenkbar sind. Insofern passen diese Kinder, was ihr Erscheinungsbild betrifft, gut in diese Zeit." (Quelle: Ahrbeck)

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