An diesem Wochenende war es soweit - im Selbstversuch sollte die Linux-Distribution Ubuntu auf dem heimischen Laptop einziehen. An anderer Stelle mache ich seit einiger Zeit gute Erfahrungen mit Ubuntu - die Hürde zu Hause lag jedoch recht hoch.
Beruflich nutze ich Ubuntu meistens unterwegs auf einem Dell X1 und damit fahre ich wirklich gut, alles notwendige ist an Bord, was man im Job auf Reisen (auch innerhalb der Uni) so benötigt.
Zugegebenermaßen liegen zu Hause einerseits die Ansprüche etwas höher - gleichzeitig ist es immer so eine Sache mit Notebooks und Linux - dachte ich zumindest.
Schritt 1: Live-CD ausprobiert
Gefahrlos kann man heutzutage fast jede Linux-Distribution mittels einer Live-CD ausprobieren. Hier wird nichts installiert, man kann jedoch schnell überprüfen ob sich der Aufwand überhaupt lohnt. Also als erstes die Live-CD zu Ubuntu 7.04 heruntergeladen auf CD gebrannt, ins Laptop eingelegt und davon gebootet. Erstaunlich - das allermeiste funktionierte direkt, so dass der Entschluss feststand - Ubuntu soll sich installieren.
Schritt 2: Installation
Die Live-CD bietet direkt die Option Ubuntu fest zu installieren - man sollte sich vorher sicher sein, wo das ganze landen soll, ob parallel Windows weiterläuft etcpp. All das wird jedoch einigermaßen verständlich in deutschen Dialogen abgefragt. Wer jemals Windows installiert hat, wird das auch schaffen.
Ubuntu auf dem Rechner:
Die Installation ging zügig von statten, Windows wurde erhalten und Ubuntu ließ sich auf einer eigenen Partition nieder. Der Bootmanager Grub fragt beim Start des Notebooks welches System gestartet werden soll.
Wlan lief sofort "out of the box" mit der Fritz-Box und WPA-2. Nach wenigen Klicks war der Rechner wieder online. Die Standard-Sprache war schon auf Deutsch, einzig einige Programme wie z.B. Firefox mussten erst auf deutsch geändert werden. Im "Paketmanager" von Ubuntu sind das aber jeweils nur wenige Klicks, die Online-Foren erklären anschaulich was man so braucht.
Erstaunlich war, dass das allermeiste meines ASUS-Notebooks funktionierte (ein gutes Stück aus der ME-Reihe, knapp drei Jahre alt, 1.8 Ghz, 512MB Ram, 80 Gig Festplatte)
Einziges Problem: Display
Was nicht gut aussah war die Bildschirmauflösung - nach der Installation beschauliche 1024x768. Da an dem Gerät auch einmal programmiert wird, hatte ich bei der Anschaffung auf eine gute Auflösung Wert gelegt (waren es wsxga+?) - auf jeden Fall kann es 1600x1050 - das ergibt wunderbar kleine Schriften und Platz für viele Fenster. Mittels einiger Anleitungen schafft man es dann aber doch den ATI-Treiber einzubinden und nach ca. 30 Minuten lief dann sogar beryl mit lustigen Fenstereffekten und 3dcube. Damit ist mein ASUS dann desktopmäßig auf jeden Fall in der Aero-Klasse von Windows Vista angekommen - mit einer Hardware auf der Aero sicher nie laufen würde.
Der Rest ist wirklich nett - Openoffice ist dabei, Thunderbird mit wenigen Klicks installiert. Dank Google Browsersync und den Export-Möglichkeiten am Desktop-PC ist man nach kurzer Zeit wieder mit gewohnten Programmen, Einstellungen, Bookmarks etc. unterwegs. Druckerinstallation (Minolta Laser im Netzwerk) ging problemlos.Das schöne ist, dass auch Menschen, die bisher nie etwas mit Linux zu tun hatten und nur die bunte Windows-Welt kennen ohne Erklärungen sofort mit Ubuntu loslegen können. Und so wurde im "Familienrat" einstimmig beschlossen Ubuntu erstmal weiter zu nutzen.
So kann ich Ubuntu nur wärmstens empfehlen. Für Leute, die auf ihrem Rechner die klassischen Dinge wie Surfen, E-Mail, Dokumente schreiben, ein wenig Grafikverarbeitung etc. machen - liegt mit Ubuntu eine einfach zu installierende und vor allem sehr einfach zu benutzende Distribution vor.
Für den Dekstop-PC gibt es bei mir noch einige Vetos in Form von Programmen, an die ich mich "so gewöhnt" habe, dass ich sie momentan nicht aufgeben möchte und Hardware, die unter Ubuntu noch nicht mag - für den ganzen Rest ist Ubuntu mit Sicherheit mehr als einen Blick wert.
Weitere Informationen:
- www.ubuntuusers.de
Der deutschsprachige Einstieg in die Ubuntu-Welt mit FAQs, Forum - Direkt zur Live-CD von Ubuntu Feisty
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