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Til Schweiger: Barfuss

(c) Buena Vista International

Til Schweiger: Barfuss

02.05.2005, (MR)

Mit Barfuss hat Til Schweiger einen Film in die deutschen Kinos gebracht, der auf wunderbare Weise keinem der Klischees entsprich, die "dem deutschen Film" immer anhaften. Ein wirklich wunderbarer Kinoabend.
In Barfuss hat sich Til Schweiger in vielfacher Hinsicht mehrfach selbst eingebracht. Zuerst hat er (mit Kollegen) lange an der Drehbuchvorlage gearbeitet, diese mehrfach umgeschrieben bis zum Schluss der Plot des jetzigen Kinofilms herauskam.
Kurz die Geschichte angerissen: Nick (Til Schweiger) verliert allmählich die Kontrolle über sein Leben, Familie kaputt, Leben nicht im Griff, Arbeitslosigkeit. Der letzte Ausweg ist ein Putzjob in einer psychiatrischen Klinik. Doch den ist er nach wenigen Stunden wieder los - nicht los wird er Leila (ganz wunderbar: Johanna Wokalek). Er rettet ihr das Leben und von da an begleitet sie ihn und er wird sie nicht los. Und so geht das ungleiche Paar auf eine Reise. Nick sieht die Welt anders, durch die kindlichen, naiven Augen Leilas.
Gerade diese Weltsicht Leilas macht einen Großteil der Faszination von Barfuss aus. Man kann wunderbar (mit ihr) über Dinge in der Welt lachen und dann bleibt einem das Lachen doch wieder im Halse stecken, denn es ist keine Komödie, Leila leidet unter ihrer Situation und kann der psychiatrischen Klinik doch nicht entfliehen. Soweit ein kleiner Einblick in die Geschichte.
Til Schweiger hat allerdings nicht nur am Drehbuch gearbeitet und eine Hauptrolle gespielt. Er führt auch Regie, ist am Schnitt mit tätig und nicht zuletzt in der Produktion.
Ein interessantes Interview zu dieser Rollenvielfalt findet sich in der April-Ausgabe des Bahn-Magazins.

Inszeniert ist der Film als eine Art modernes Märchen. Raum und Zeit spielen eine untergeordnete Rolle, sind quasi austauschbar. So hat Schweiger kein Problem die Menschen mit Euros bezahlen zu lassen, Sie in alte 60er Jahre Bahnwaggons zu setzen und dann wieder moderne Stadtwelt zu zeigen. Schöne Farben, ruhige Kamerafahrten und gute Schnitte.
Wer also noch nach einem guten Film sucht, ehe man sich demnächst mit lustigem "Unsinns-Trash" a la "Per Anhalter durch die Galaxis" oder einer weiteren Star Wars Episode vergnügt - Barfuss ist eine dicke Empfehlung wert.
Vielen Dank an Buena Vista International für die freundliche Unterstützung mit Bildmaterial.

 

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