Seit dem 21. Juli präsentiert die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland eine ganz besondere Ausstellung: "The Guggenheim Collection" enthält gut 200 Exponate der Guggenheim Foundation.
Bekannt und berühmt ist die Sammlung Guggenheim vor allem durch die umfassende Dokumentation "Nicht-Gegenständlicher" Kunst, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Robert Delaunay, Constantin Brancusi, Piet Mondrian und Pablo Picasso gehören zu den ausgestellten Künstlern.
Der Besuch der Ausstellung am letzten Wochenende hinterlässt ein zwiespältiges Gefühlt. Auf der einen Seite wird die Ausstellung mit einer Euphorie angekündigt, die an "MoMa" in Berlin erinnert. Auf der anderen Seite wird man teilweise von der Realität doch immer wieder eingeholt.
Keine Frage - in Bonn sind mit dieser Ausstellung zur Zeit faszinierende Kunstwerke versammelt. Obwohl der Besucheransturm am Samstag erträglich war und die Eintrittskarten mit "Eintritts-Zeiten" versehen waren, waren die einzelnen Räume innerhalb der Ausstellung mehr als gut gefüllt. Das Konzept der Ausstellung sieht vor einzelne Epochen übergreifend mit Texten einzuleiten. Die Beschriftungen an den Bildern sind sehr kurz gehalten.
Sprich - ohne beschreibenden Text ist man "aufgeschmissen". Alternativ boten sich hypermoderne elektronische Ausstellungsführer an. Dank dem Sponsoring der Telekom hatten kleine PDA-ähnliche Geräte Einzug gehalten. Mit Touchscreen und WLAN ausgerüstet, Knopf im Ohr und auf der Suche nach der Nummer neben den Bildern um diese dann mehr oder weniger flüssig ins Touchpad zu tippen - so sahen viele der Besucher aus.
Der PDA ist mit einem guten Farbdisplay ausgestattet und verfügt anscheinend über einen guten Akku, 2,5 Stunden ständige Benutzung (Display immer an, viele Audioausgaben) verkraftete er anstandlos.
Gleichzeitig verführt er die Macher aber auch dazu, Kunst unbedingt zu einem "Erlebnis" werden zu lassen. Bild an der Wand, zusätzlich ein Bild auf dem Display, erklärende Texte, hier 10 Sekunden Audioschnipsel usw..
Interessant dürfte es auch sein zu untersuchen, wie sich derartige Geräte auf die Besucherströme auswirken. In Bonn war nur jedes vierte oder fünfte Bild mit Informationen aus dem PDA versehen. Meiner Einschätzung nach verführte es Besucher dazu, nur noch Bilder mit dem netten Audio-Symbol anzusteuern.
Weitere Informationen zu dem Kunst-Führer-PDA gibt es unter: www.nousguide.com
Dazwischen schoben sich viele Führungen durch das Museum, ein ruhiges Betrachten von Bildern war kaum möglich. Häufig waren mehrere Führungen in einem Raum, was zu Stereo-Beschallung führte. Im schönsten Fall Guides, die in mehreren Sprachen einen Raum für sich beanspruchten.
Fazit:
Interessante Ausstellung, spannende Kunstwerke - Führung mit High-Tech-Geräten, allerdings die Räume zu klein, zu viele Führungen, die gleichzeitig im Museum stattfinden und den Genuss des einzelnen Besuchers doch deutlich trüben.
Es empfiehlt sich, die Karten vor dem Besuch schon zu erwerben, das ist problemlos auch online möglich.
Alle weiteren Informationen finden Sie unter www.bundeskunsthalle.de
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