Nach einem Bericht von Alexander Richter auf tagesschau.de haben sich anscheinend Bundeswehrsoldaten in Afghanistan mindestens zwei Mal als Reporter getarnt. Ziel war es wohl, Angehörige von Häftlingen in Guantanamo zu befragen.
Der erste Fall war in Bosnien-Herzegowina, der nun diskutierte zweite Fall spielt in Afghanistan. Anscheinend wurden die Ergebnisse der Befragungen eng mit "US-Experten" ausgetauscht. Anscheinend bietet die Recherche als "getarnter Journalist" die Möglichkeiten, nach denen man gesucht hat.
"In dem Papier heißt es: Shukira Wazir verhalte sich wegen der Inhaftierung ihres Sohnes in Guantanamo gegenüber deutschen Soldaten und anderen Kräften der Internationalen Afghanistanschutztruppe (Isaf) distanziert. Zwei Sätze später wird in dem Bericht aber eine Option aufgezeigt, wie man mit der Mutter doch ins Gespräch kommen kann: "In möglichen Medienberichten über ihren Sohn sieht sie eine Chance, seine Situation zu verbessern und gegebenenfalls seine Freilassung zu realisieren."" (Quelle: tagesschau.de)Die Reaktionen des Verteidigungsministeriums sind mehr als dürftig. Die weiteren Ergebnisse der Journalisten bei ARD und ZDF werden spannend sein und sicherlich Erklärungen benötigen. Wenn es tatsächlich so ist, dass deutsche Soldaten sich als Journalisten tarnen, um den US-Kräften Material zu liefern, ist dies mehr als fragwürdig (mit den Vorschriften kann es allemal nicht in Einklang gebracht werden).
Vielleicht sollte sich ein Journalist einmal als Bundeswehrsoldat ausgeben, um seine Recherchen voranzubringen - die Reaktionen wären wohl eindeutig.
Lesen Sie den höchst interessanten Artikel bei tagesschau.de: Bundeswehrsoldaten als Reporter getarnt
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