Sturmfluten sind auf Halligen etwas selbstverständliches, für den einfachen Touristen jedoch sind sie ein ungewohntes und vor allem beängstigendes Schauspiel. Mitte September 2004 waren wir eine Woche auf Hallig Hooge. Neben Ruhe und Einsamkeit an der Spitze der Hallig erlebten wir die erste Sturmflut der Saison.
Ein ganz unpädagogischer Artikel - aber das Durchforsten der digitalen Bildbestände förderte diese Bilder wieder ans Tageslicht, die ein beeindruckendes Naturschauspiel zeigen (so redet sicher nur der faszinierte Tourist, der nach der Sturmflut seine Koffer packt und wieder ins heimelige Bonn fährt und den Rhein genießt).
Wir waren in einer netten Ferienwohnung an der Spitze von Hallig Hooge auf einer kleinen Warft untergebracht. Mitte September ist nun auch keine Hochsaison mehr und so gab es auf der Hallig abseits der Tagestouristen, die regelmäßig morgens an Land gespült wurden, vor allem viel Wind und "pfeifende Ruhe".
Daneben bietet die Hallig einen Kaufmannsladen, einige Restaurants und ist mit Rad und zu Fuß gut zu erobern. Zum Stichwort "Sturmflut" fällt dem Festländer maximal die Hamburger Sturmflut ein. Den Sinn und Zweck von Halligen, den Unterschied zwischen einer Hallig und einer Insel, muss er sich in der Regel noch erarbeiten. Oft bleibt das theoretisches Wissen, umso "schöner" ist es, das Naturschauspiel selbst zu erleben.
Als naive Touristen wunderten wir uns erst einmal über plötzliche abendliche Hektik auf der Hallig. Einheimische in Treckern auf dem Deich unterwegs, Kühe, die zusammengetrieben werden. Die nette Wettervorhersage im Radio mit einer "Sturmflutwarnung" bringt dann neben der Klarheit eine gewisse Unruhe.
Please install Flash and turn on Javascript.
Wir hatten die Chance die Sturmflut tagsüber zu erleben und so mit Tee am Fenster zu sitzen und zu sehen, wie die Nordsee nach und nach über die Deichbefestigung kommt. Die Sturmflut habe ich ein wenig mit dem Fotoapparat dokumentiert und da nun wieder September ist, stelle ich die Fotos nach drei Jahren als Slide-Show auf reticon aus.
Kurz zur Technik: Nikon D100 mit Stativ hinter dem Fenster positioniert, ans Laptop angeschlossen und via Nikon Capture alle zwei Minuten ein Foto geschossen. Ab und an musste der Akku gewechselt bzw. das Fenster etwas gesäubert werden (daher die "Dynamik").
167 Bilder dokumentieren nun die damalige Sturmflut (Zeitraum 15:00 - 20:00), faszinierend sind die rasanten Licht- und Stimmungswechsel. Zwischen jedem Bild liegen wirklich immer nur 120 Sekunden, die Bilder sind soweit unbearbeitet und nun viel Spaß!
Informationen zum Artikel