Die Mehrheit der Studierenden in Deutschland bewerten ihre Studienbedingungen positiv. So lautet das zentrale Ergebnis einer Umfrage des
Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag des Reemtsma
Begabtenförderungswerks (BFW) unter knapp 3.000 Studierenden aller Fachrichtungen.
Fast drei
Viertel (74 Prozent) der Studenten ihre eigenen Studienbedingungen
überraschend positiv - 63 Prozent finden sie "gut", 13 Prozent sogar
"sehr gut". Trotz aller Zufriedenheit gibt es Kritik: So fordert jeder vierte Befragte die
Abschaffung der Studiengebühren, 16 Prozent wünschen sich mehr
Lehrpersonal, 15 Prozent eine bessere Ausstattung der Hochschule und
zehn Prozent eine Überarbeitung des Bachelor-Master-Systems. Eine
Mehrheit der Studenten fordert eine Zentralisierung der Bildungs- und
Hochschulpolitik. 59 Prozent sprechen sich für eine Zuständigkeit des
Bundes aus, lediglich 25 Prozent finden es gut, dass die einzelnen
Bundesländer dafür zuständig sind.
Angst vor Verschlechterung der Studienbedingungen
Die Studie, die das Allensbach-Institut nun zum dritten Mal für das Reemtsma
Begabtenförderungswerk durchgeführte, konzentriert sich ausdrücklich auf die
aktuellen Befindlichkeiten und subjektiven Eindrücke der Studierenden,
erklärte Oliver Blohm, Sprecher der Stiftung, bei der Präsentation der
Studie. Auffalend sei, dass die Befragten bundesweit und quer durch die sozialen Schichten ihre
Lage ähnlich positiv einschätzen. Es gebe aber auch bedenkliche Entwicklungen: So erwarte eine Mehrzahl der Studierenden eine baldige Verschlechterung der Studienbedingungen.
Erwartungen auf ein Stipendium gering
Ebenfalls skeptisch sind die Studierenden hinsichtlich der Möglichkeit, ein Stipendium zu erhalten. Nur
gut ein Drittel der Befragten (36 Prozent) beurteilt die Chancen
auf ein Stipendium als "sehr groß" oder "eher groß". Bei der Umfrage vor
einem Jahr vertraten noch 53 Prozent diese Meinung. Auch glauben insgesamt nur 17 Prozent, dass es bei der
Stipendien-Vergabe gerecht zugeht, 35 Prozent halten sie für nicht
gerecht und 48 Prozent tun sich schwer, das zu beurteilen.
Aus Sicht von
gut der Hälfte der Studierenden (54 Prozent) wird bei der
Stipendien-Vergabe die finanzielle Situation bzw. die Bedürftigkeit des
Antragstellers zu wenig berücksichtigt. 41 Prozent meinen, dass die
Persönlichkeit der Bewerber zu wenig in die Bewertung einfließt.
Studium ohne Arbeit oder Unterstützung nicht möglich
Ohne die Unterstützung der Eltern und selbst verdientes Geld durch
Arbeiten neben dem Studium wäre für die meisten Studenten ein
Hochschul-Abschluss nicht machbar. So sichern die Eltern bei 61 Prozent
der Studierenden einen Teil des benötigten Geldes, 56 Prozent tragen
durch Jobben zur Finanzierung bei. Auf BAföG-Mittel können sich 29
Prozent stützen, eigenes Vermögen bzw. Erspartes ziehen 25 Prozent dazu
heran. Durch ein Stipendium finanzieren lediglich fünf Prozent der
Befragten ihr Studium ganz oder in Teilen, aber auch 60 Prozent der
Stipendiaten arbeiten neben ihrem Studium.
Seit drei Jahren führt das Allensbach-Institut die Studierenden-Umfragen durch, um die Einschätzungen des akademischen Nachwuchses zu den Studienbedingungen zu erheben. Ein ähnlicher Ansatz wie der seit 1982 von der
Universität Konstanz im Auftrag
des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführte "Studierendensurvey". Vergleicht man die Studienergebnisse lässt sich ein Trend zu wachsender Zufriedenheit bei den Studierenden ablesen.
Die Studie kann auf den Internetseite des Reemtsma Begabtenförderungswerks als PDF heruntergeladen werden.
(Quelle PM)
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