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Studie zu Journalismus und PR

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Studie zu Journalismus und PR

20.06.2006, (MR)

Das Netzwerk Recherche stellt eine äußerst interessante Studie zum Verhältnis von Journalismus und PR vor. Unter dem Titel „Getrennte Welten? Journalismus und PR in Deutschland“ geht die Studie auf die unterschiedlichen Facetten ein.

Das Netzwerk Recherche hatte jüngst für einigen Wirbel gesorgt, als sie in ihrem Kodex formulierten: "Journalisten machen keine PR."
Auch in der vorgelegten Studie finden sich deutliche Worte, die hoffentlich die kritische Diskussion weiter vorantreiben:

"Seriöser Journalismus ist aber weit mehr, als nur beliebige
Informationen zusammenzutragen und fehlerfreie Sätze auf das Papier zu bringen.
Journalisten hören alle Seiten, recherchieren Gegenmeinungen, werten alle
verfügbaren Quellen aus und würdigen kritisch die Fakten. PR-Schaffende hingegen
sind ihrem Auftraggeber und vorgegebenen Kommunikationszielen verpflichtet, sie
verschweigen Unangenehmes und wollen die Medien für ihre Botschaften
instrumentalisieren. Im Falle eines Falles verhindern Pressesprecher eine umfassende
Information der Öffentlichkeit, sie blockieren Recherchen und verheimlichen brisante
Nachrichten. Mehr als einmal haben Pressestellen großer Unternehmen auf
missliebige Berichte mit Strafaktionen gegen Tageszeitungen oder gegen einzelne
Journalisten reagiert." (Quelle: Netzwerk Recherche)
Dass der Arbeitsalltag von Journalisten, die häufig als freie tätig sind, immer wieder Grauzonen aufweist, ist vielen klar. Das soll allerdings nicht heißen, dass man damit die Diskussion abbrechen sollte. Ein Kodex sollte ja gerade ein Leitbild formulieren und nicht das Grau in Grau des Alltags nur beschreiben.

Vor diesem Hintergrund ist sowohl die Studie wie auch die gesamte Diskussion äußerst wichtig.
Und zum Schluss auch noch ein Wort auf den Bildungsbereich: Es gibt hier viel zu wenig echten und kritischen Journalismus. Schauen Sie bei vielen Internetseiten, die Nachrichten zum Bildungsbereich bringen, einmal genau hin - oft ist hier mehr PR als kritischer Journalismus.
Und davon können sich (leider) auch die Bildungsserver nicht absetzen - vieles dort ist PR und die kritische Auseinandersetzung wird selten gesucht. Auch hier stehen Interessen und Rücksichtnahmen im Hintergrund.
Wir hoffen, dass die Diskussion auch dem Bildungsbereich weiterhilft. Und mit einem selbstkritischen Blick: Auch wir auf reticon treffen natürlich immer wieder auf PR. Artikel oder Themen, die an uns herangetragen werden oder auch PR-Meldungen, auf die wir selbst treffen. Wir versuchen jedoch immer transparent zu machen woher (und mit welchen Interessen versehen) eine Meldung kommt und natürlich immer wieder mit (kritischen) Kommentaren Stellung zu beziehen.

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