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Sterbende begleiten, Trauer überwinden

05.12.2005, (MR)

Aktive Sterbehilfe und die Möglichkeiten der Palliativmedizin sind heiß diskutierte Themen der letzten Wochen gewesen. Unter dem Titel "Sterbende begleiten, Trauer überwinden" ist jetzt in Gehirn&Geist ein Artikel erschienen.

Nachfolgend ein Ausschnitt des Artikels mit freundlicher Genehmigung des Spektrum-Verlags:

"Eine umfassende Betreuung am Lebensende - darin sehen Pallia­tivmediziner die wichtigste Maßnahme, um Befürwortern der ak­tiven Sterbehilfe den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Zwar kündigte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt vor kurzem an,die palliativmedizinische Versorgung mit 250 Mio. Euro fördern zu wollen. Doch im Moment ist Deutschland in dieser Hinsicht noch Ent­wicklungsland.

Dies beklagt Andreas Kruse, Gerontologe an der Universität Heidel­berg, in der neuesten Ausgabe von Gehirn&Geist (12/05). Dabei kommt dem medizinischen, psychologischen und spirituellen Beistand für Sterbende und ihre Angehörige wachsende Bedeutung zu. Immer weniger alte Menschen sterben Zuhause; die meisten ereilt der Tod in Heimen,Krankenhäusern und Hospizen. Hier bedarf es vor allem einer wirksamen Schmerztherapie: Über 80 Prozent der Krebspatienten lei­den im fortgeschrittenen Krankheitsstadium an starken Beschwerden - doch das muss nicht sein, so Andreas Kruse.

Palliativ versorgte Menschen äußern deutlich seltener den Wunsch nach Sterbehilfe. Denn eine besondere Zuwendung und Behandlung kann selbst bei unheilbar Kranken die Todesfurcht mildern.

Dass Gespräche und die Konfrontation mit den eigenen Gefühlen nicht die einzige Möglichkeit sind Trauer zu überwinden, erläutert der Psy­chologe Wolfgang Stroebe von der Universität Utrecht in einem zwei­ten Beitrag für Gehirn&Geist. In mehreren Untersuchungen fand seine Arbeitsgruppe keinen Beleg dafür, dass sich der Verlust eines gelieb­ten Menschen besser verarbeiten lässt, wenn man darüber spricht. Nicht alle Menschen profitieren daher von psychologischer Trauer­begleitung. Manche brauchen das Gespräch, andere wiederum suchen Ablenkung."

Weitere Informationen unter: www.gehirn-und-geist.de

 

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