Montag morgen in Deutschland und Spiegel-Online lässt wieder einmal die Jungs mit BILD-Erfahrung an die Tastatur. Eine schöne Schlagzeile muss her und da ist sie auch schon: "Google half bei Mord". Nur leider stimmt das so nicht und ist als Meldung auch noch uralt.
Zum Hintergrund:
In den USA wird Robert P. beschuldigt, seine Frau ermordet zu haben. Teil der Beweisführung gegen ihn sind Bookmarks und Google-Suchabfragen ("neck," "snap," "break" and "hold"), die der Verdächtige kurz vor dem Mord durchgeführt haben soll.
Mit der Schlagzeile "Google half bei Mord" ist Spiegel-Online sicher bei Suchmaschinenhits ganz oben dabei - es ist aber schlicht eine Sichtweise a la "Post half bei Mord, da sie Gewehr auslieferte".
Dass man es besser machen kann, zeigen andere:
Netzeitung, N24: Mit Google Mordverdächtigem auf der Spur
Silicon.de: Digitale Spuren sollen Mord klären
Krone: Mann googelte Mordpläne: Prozess
Schaut man sich dann noch das Erscheinungsdatum an, dann wird klar, dass Spiegel hier einfach eine alte Geschichte mit einer reißerischen Überschrift hochkochen möchte: N24 berichtete bereits am 14. November 2005, silicon.de 15. November.
Und natürlich hat die Meldung auch ein (wahrscheinliches) Original:
wral.com berichtete am 09. November 2005 über das Thema mit dem Titel: Petrick Googled 'Neck,' 'Snap,' Among Other Words, Prosecutor Says
Die Berichterstattung dort läuft schon seit Januar 2003. Bei wral.com wird zwar auch über die Hilfe von Google spekuliert - allerdings über die Hilfe, die Google den Behörden bei der Ermittlung auf den Rechnern, Google-Suchanfragen von PCs des Verdächtigen gemacht hat.
Und wer es ausführlich haben will, wral.com hat das Video zur Jury-Anhörung rund um die Google Recherche: Jury Hears About Google Search On Petrick's Computers
Nun ja, es ist Montag morgen und wir hatten uns ja fest vorgenommen, uns nicht mehr über diese Spiegel-Artikel aufzuregen...
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