Die Dezemberausgabe von Gehirn&Geist hat u.a. ein sozialpsychologisches Thema als Schwerpunkt: Wie beeinflussen uns Vergleiche mit anderen und wie wird dadurch unser Selbstbild geprägt?
Nachfolgend ein Ausschnitt des Artikels mit freundlicher Genehmigung des Spektrum-Verlages:
"Permanent vergleichen wir uns mit anderen - auch wenn wir dies gar nicht wahrnehmen. Und gerade dieser unbewusste Abgleich prägt unser Selbstbild, wie der Sozialpsychologe Thomas Mussweiler von der Universität Köln in der neuen Ausgabe von Gehirn&Geist (12/2005) berichtet.
In einem Experiment konfrontierte Mussweiler 55 Personen mit einer bunt gemischten Zeichenfolge. Dazwischen erschienen einige Male die Namen bekannter Persönlichkeiten - aber jeweils nur so kurz, dass die Probanden diese nicht bewusst bemerken konnten. Anschließend sollten sie ihre Sportlichkeit einschätzen - etwa wie viele Liegestütze sie sich zutrauten. Hierbei zeigte sich: Wem zuvor der Name des Papstes eingeblendet wurde, hielt sich für sportlicher, als jemand, der "Michael Jordan" auf seiner Liste hatte. Die Studie verdeutlicht, wie unwillkürlich soziale Vergleiche ablaufen und wie weit verbreitet sie folglich sein müssen: Wir ziehen sogar solche Parameter für unsere Selbsteinschätzung heran, von denen wir gar nicht wissen, dass sie vorhanden sind.
Dem Psychologen gelang es sogar, die Richtung des sozialen Vergleichs in einem Experiment zu manipulieren: Je nachdem, ob er die Probanden zuvor darauf trimmte nach Gemeinsamkeiten oder Unterschieden zwischen zwei Bildern zu suchen, näherte sich ihre Selbsteinschätzung dem Vergleichsmaßstab an oder entfernte sich davon." (Quelle: Gehirn&Geist 12/2005)
Weitere Informationen unter www.gehirn-und-geist.de
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