Eine kleine Geschichte, was einem bei einer Recherche so "nebenbei" alles passieren kann. Über Bildung und Clifford Stoll geht es schnurstracks zu einer Flasche hinter der eigentlich ein Übersetzungsfehler steht. Sie glauben mir nicht? Hier die ganze Geschichte.
Ich hätte nicht geglaubt, dass es solche verqueren Pfade gibt, aber ich möchte sie gerne an diesem Weg durch das Netz der Netze teilhaben lassen.
Ausgangspunkt:
Manchmal schaue ich einfach im Netz, was Leute die man direkt oder indirekt kennt, denn heute so machen. Viele machen das mit den alten Schulfreunden, ich mache es immer wieder auch mit Menschen, deren Bücher mir gefallen haben.
Und nach längerer Zeit schaute ich einmal, ob es etwas neues von Clifford Stoll gibt. Vielen bekannt durch "Kuckucksei" , "Die Wüste Internet" oder "Logout-Hightech Ketzereien".
Dass er der Computertechnologie inzwischen skeptisch gegenübersteht ist ja allseits bekannt. Und so fanden sich auch keine neuen Technologiebücher von ihm bei buch.de oder Amazon. Aber Google brachte schnell seine Internetseite in Berkeley zu Tage: www.ocf.berkeley.edu/~stoll/
Die versprüht noch den Charme der guten alten Zeit. Aber auch dort nichts neues, außer dem Hinweis, dass er nun "Klein Bottles" macht unter www.kleinbottles.com
Das klang schon einmal komisch, so eine hübsche deutsch-englische Mischung, noch nie gehört das Wort und neugierig einmal vorbei geschaut.
"Klein" ist dann auch weniger eine Größenangabe als der Name des Schöpfers "Felix Klein". Bei Clifford Stoll kann man dann mehr oder weniger hübsche Glasflasche erwerben, die alle recht seltsam aussehen - mich erinnerten sie an ein Möbiusband.
Die weitere Recherche bei Wikipedia bestätigten mich dann. Und es geht eigentlich gar nicht um Flaschen, sondern um Flächen. Ähnlich einem Möbiusband ist eine Kleinsche Fläche eine Fläche, die nur eine Seite hat (innen und außen sind identisch, besser gleichzeitig).
Und jetzt kommt dann der Übersetzungsfehler ins Spiel: Aus der Kleinschen Fläche hat irgendjemand über die Flasche statt Fläche eine "Klein Bottle" gemacht. Kaum zu glauben - und da sich im Englischen die "Klein Bottle" so wunderbar verbreitete, passte man irgendwann das Original an und spricht nun auch hier von der "Kleinschen Flasche".
Der Gag ist, dass auf Grund des Übersetzungsfehlers es nun die Kleinsche Flasche aus Glas gibt. Und da schließt sich der Kreis, derartige kann man bei Clifford Stoll erwerben.
Was lernen wir daraus?
Manchmal recherchiert man (mit neuer Technologie nach Technologiekritikern) und treibt dabei im Netz und stößt auf ganz seltsame Dinge. Und Clifford Stoll gefällt mir trotzdem und seine beiden Bücher habe ich gerne (und mehrfach) gelesen.
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