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Skype zensiert Chat in China

Skype zensiert Chat in China

03.10.2008, (RK)

Der Anbieter von kostenloser Chat- und Internettelefonie Skype räumt ein, dass in China, Chat-Protokolle von den Behören nicht nur zensiert werden, sondern zensierte Textnachrichten mit der offiziellen Linie nicht genehmen politischen Inhalten auf Servern gespeichert werden.

Würde China nur halb so viel Anstrengungen in der Bekämpfung von Armut, Hunger oder Umweltverschmutzung investieren, wie es in die Ausspionierung der eigenen Bevölkerung investiert, wäre die Welt ein anderer Ort.

Das im chinesischen Internet die Wörter "Tibet" oder "Demokratie" nicht vorkommen, ist trauriges Allgemeinwissen. E-Mails werden durchleuchtet, Suchabfragen zurückverfolgt und wer mehrere Stunden am Stück online ist, macht mitunter die Erfahrung, dass der Staat ihn buchstäblich für mehrere Tage vom Netz nimmt: Wer länger als 1 Stunde online ist, kann ja nur Subversives im Schilde führen.

Traurig auch: Alle machen mit. Google zensiert seine chinesische Suchseite, Yahoo liefert Nutzerdaten an die Behörden, denn niemand will sich den riesigen Markt, den China darstellt, entgehen lassen.

Nun hat also auch Skype seine Erfahrung mit dem Regime gemacht. Dabei hat Skype schon 2006 darauf hingewiesen, dass die chinesische Version mit einer speziellen Filtersoftware arbeitet, die Nachrichten, die bestimmte Wörter beinhalten, ausblendet. "Beunruhigt" zeigt sich nun Skype-Präsident Josh Silverman darüber, dass die inkriminierten Nachrichten gespeichert worden seien.

In  einer Stellungnahme erklärte Silverman dass das Unternehmen nicht gewusst habe, dass der Geschäftspartner in China, TOM Online, zensierte Textnachrichten mit vermeintlich heiklen politischen Inhalten auf Servern speichert.

Ei, wer hätte das auch ahnen können, dass ein Land, dass in derselben Stellungnahme als bekannt dafür bezeichnet wird notorische Kommunikationszensur zu betreiben, ein Interesse daran haben könnte, Kommunikation nicht nur zu steuern und kontrollieren, sondern auch der Urheber nicht genehmer Kommunikation habhaft zu werden.

Wenn Siverman am Ende seiner Stellungnahme ein triefiges leidenschaftliches Bekenntnis zur "Mission" von Skype, weltweite Kommunikation zu ermöglichen, gibt - allerdings im Rahmen lokaler Gesetze - ist dies nur ein weiteres Stück aus dem Schmierentheater.

Ein Kommentar auf der Skype Webseite lautet: "Es ist ein trauriger Tag, wenn die Preisgabe der freien Rede lediglich als Geschäftskosten gilt."

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