Kontakt  Presse  reticon-Redakteure   Impressum   Datenschutz  
reticon Bildung und Neue Medien
reticon - Bildung und Neue Medien

Logo der Zeitschrift Gehirn und Geist (Schriftzug)

Logo Gehirn und Geist

Sinnesforscher gehen den Geheimnissen des bitteren Geschmacks auf den Grund

22.12.2005, (MR)

Wolfgang Meyerhof und Bernd Bufe vom Deutschen Institut für Er­nährungsforschung betrachten in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift Gehirn&Geist das Thema Geschmack und die unterschiedliche Wahrnehmung.

Nachfolgend ein Ausschnitt des Artikels mit freundlicher Genehmigung des Spektrum-Verlages:

"Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten - denn was der eine als angenehm herb empfindet, ist für den anderen gallebitter. Wolfgang Meyerhof und Bernd Bufe vom Deutschen Institut für Er­nährungsforschung sind der Sache nachgegangen. Wie die neu­este Ausgabe von Gehirn&Geist (Heft 1-2/2006) berichtet, haben die Potsdamer Wissenschaftler herausgefunden, dass die Ge­schmackszellen der Zunge über eine Vielzahl verschiedener Bitter­rezeptoren verfügen, die auf unterschiedliche chemische Substan­zen reagieren. Damit scheinen wir Bitterstoffe deutlich vielfältiger wahrzunehmen als die anderen Geschmacksqualitäten.
Bitterer Geschmack könnte, so vermuten die Forscher, einst ein überlebenswichtiges Signal gewesen sein - schließlich reagieren etliche Bitterrezeptoren auf giftige Substanzen. Bufe und seine Kollegen konnten nachweisen, dass das Gen für einen bestimmten, hoch empfindlichen Bitterrezeptor, den heute 98 Prozent der Menschheit außerhalb Afrikas besitzen, bereits vor mindestens 80 000 Jahren im menschlichen Erbgut aufgetaucht ist.
Doch die Bitterforscher blicken nicht nur in die Vergangenheit, son­dern auch in die Zukunft: Die Erkundung des bitteren Geschmacks soll helfen, Substanzen zu finden, mit denen sich die Bitterrezep­toren blockieren lassen. Nicht nur Nahrungsmittelproduzenten in­teressieren sich brennend dafür, auch Mediziner und Pharmazeu­ten möchten gern manch bittere Medizin versüßen.
Aus den USA gibt es bereits Hinweise, dass das natürlich im Kör­per vorkommende Molekül AMP (Adenosinmonophosphat) als Bitterblocker wirken kann. Allerdings unterdrückt es das Ge­schmacksempfinden zu unspezifisch, so dass auch die herben Noten von dunkler Schokolade oder eines Pilses verloren gingen. Die Potsdamer Forscher suchen daher nach Blockern, mit denen sich bestimmte Bitterrezeptoren viel gezielter ausschalten lassen. Doch dazu, so Bufe, sei noch jede MengeGrundlagenforschung notwendig." (Quelle: Gehirn&Geist, 01/2006)

Weitere Informationen unter www.gehirn-und-geist.de

 

Informationen zum Artikel

blog comments powered by Disqus

Verwandte Reporte

  • Keine verwandten Reporte gefunden.

RSS & Social Media

rss-Bild
rss-Bild
rss-Bild
rss-Bild

myreticon

E-Mail
Passwort Login

myreticon wird zum 30.06.2012 eingestellt, bitte sichern Sie Ihre Daten.

Infos & Hilfe | Registrieren

Kostenlose Newsletter

Wöchentliches Newsletter
Tägliche Medientipps

E-Mail:  

reticon-Quiz

Woher kommt der Begriff "Stichprobe"?

Aus der Statistik: Ein repräsentatives Subset von Zahlen wird als Stich bezeichnet.
Vom Kartenspiel: Bei Streitigkeiten durfte ein ausgewählter Stich erneut eingesehen werden.
Aus der Erzverhüttung: Man probt den Anstich an mehreren Stellen des glühend heißen Ofens.
Aus dem Warenhandel: Man sticht mit einer Sonde in eine Lieferung und untersucht den Stich.

» Alle reticon Quiz-Fragen

Sprüche & Zitate

Imagine all the people living life in peace.

John Lennon