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Sexuelle Orientierung

19.10.2006, (MR)

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Gehirn&Geist ist ein Schwerpunkt das Thema sexuelle Orientierung. Unter dem Titel "Sexuelle Orientierung: Welche Einflüsse bestimmen eigentlich, was uns "anmacht" - Gene, Erziehung oder Vorbilder?" beleuchtet Gehirn&Geist Sexualität.

Nachfolgender Artikel mit freundlicher Genehmigung des Spektrum-Verlags:
"Mein Sex, dein Sex
Hetero, homo - oder bi?! Die sexuelle Orientierung von Menschen scheint heute flexibler denn je.
Wie das Wissenschaftsmagazin Gehirn&Geist in seiner neusten Ausgabe (11/2006) berichtet, sind die erotischen Vorlieben von Menschen wandlungsfähiger als Sexualforscher lange glaubten. Experten wie der Heidelberger Psychologe Peter Fiedler gehen von einem "Kontinuum der Liebe" aus - denn es gebe zahlreiche Schattierung in den geschlechtlichen Neigungen, Fantasien und im Sexualverhalten von Menschen. Ob jemand zum Beispiel hetero- oder homosexuelle Partnerschaften bevorzugt, bestimme nicht zuletzt der gesellschaftliche Zwang mit.
Untermauert wird diese These von einer großen US-Studie, die das Meinungsforschungsinstitut Zogby jüngst durchführte. Demnach glaubenbeinahe zwei Drittel der Amerikaner, dass sich homosexuelle Menschen manchmal auch von Personen des anderen Geschlechts angezogen fühlen.
Heterosexuellen Menschen trauen immerhin noch über die Hälfte der über 4000 Befragten gelegentliche homoerotische Neigungen zu. Die Ansichtenzur sexuellen Orientierung scheinen sich somit immer mehr von einem klaren Entweder-Oder zu entfernen.
Im diesem Zuge habe sich auch die bis in die 1980er Jahre verbreitete Vorstellung, Homosexuelle seien "psychisch gestört", tiefgreifend ge­wandelt, berichtet Peter Fiedler weiter in Gehirn&Geist. Zu den Ursachen der gleichgeschlechtlichen Anziehung zählen neben genetischen Faktoren und hormonellen Einflüssen im Mutterleib vor allem das geschlechtsrollentypische Verhalten in der Kindheit: Jungen, die lieber mit Mädchen spielen als mit anderen Jungen und auch sonst eher "weibliches" Verhalten zeigen, werden in 60 bis 80 Prozent der Fälle im spä­teren Leben homosexuell. Das Liebesleben von Erwachsenen sei damit eine Art Nebeneffekt ihres Temperaments in der Kindheit." (Quelle: Gehirn&Geist, 11/2006)

Weitere Informationen im Internet unter www.gehirnundgeist.de

 

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