Rund zwölf Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 24 Jahre in Deutschland sind laut NRW-Verbraucherministerium verschuldet. Durchschnittlich haben sie bei Banken, Freunden und in der Familie ein Minus in Höhe von 1.800 Euro.
Meistens ist es das Handy, das Jugendliche in Schulden stürzt. Birgit Höltgen von der Verbraucherzentrale NRW berichtet "Wer für Handy und Klingeltöne 40 Euro im Monat ausgibt aber nur 50 Euro Taschengeld hat, der muss die Oma anpumpen, wenn er ins Kino gehen will." Neben Kino und Handy gibt es auch noch neue Computerspiele, MP3-Spieler und Markenkleidung - bei so vielen Konsumwünschen fällt das Haushalten mit dem monatlichen Taschengeld schwer.
Auch Doris Zeißner von der Landesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung NRW e.V. berichtet, dass sich Jugendliche beim Umgang mit Geld schwer tun: "Wenn früher das Taschengeld ausgegeben war, dann war ganz einfach der Geldbeutel leer." Wenn Teenager heute im Internet einkaufen oder im Laden mit der Karte ihres Taschengeldkontos bezahlen würden, dann sei ihr Zahlungsmittel viel abstrakter. "Jugendliche müssen da erst hineinwachsen und lernen, Verantwortung zu tragen, das fällt ja schon Erwachsenen schwer genug."
Im Rahmen des Projekts "Alles im griff" will nun das Verbraucherschutzministerium NRW mit Unterrichtseinheit für die Klassen 9 und 10 an den weiterführenden Schulformen diesem Trend nun entgegengewirken.
„Zu diesen Unterrichtsstunden gehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schuldnerberatungen in die Schulklassen. Sie berichten den Jugendlichen von ihren täglichen Erfahrungen mit überschuldeten Menschen und geben konkrete Hinweise, wie man mit dem eigenen Geld verantwortungsvoll wirtschaftet“, erläutert Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg das Konzept der Aktion.
Für den Besuch der Berater ist eine Doppelstunde von 90 Minuten vorgesehen, die vom Ministerium finanziert wird. Uhlenberg stellt dafür 50.000 Euro bereit; davon können 500 Unterrichtseinheiten durchgeführt und rund 15.000 Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 und 16 Jahren erreicht werden. Zusätzlich bekommen die Schulen eine Materialliste, um das Thema vorzubereiten bzw. zu vertiefen.
Mit der Aktion „Alles im Griff!“ bietet das Verbraucherschutzministerium schon den zweiten Baustein, um Kindern mehr Finanzkompetenz zu vermitteln. Im Juli hatte Uhlenberg mit „Money & Kids“ bereits ein Unterrichtsangebot für Grundschulen vorgestellt.
Weitere Informationen zum Projekt "Alles im Griff" auf den Internetseiten des Verbraucherschutzministeriums
(Quelle: WDR)
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