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Schulverweigerer

Schulverweigerer

01.09.2004, (MR)

Immer mehr Kinder schwänzen die Schule, allein in Berlin sind es täglich 15.000. Der Dokumentarfilm von Daniela Schmidt und Eva Schmitz kommt zu dem Ergebnis, dass Schulverweigerung nicht unbedingt eine "Null-Bock"-Haltung zum Ausdruck bringt, sondern eher als Hilferuf zu werten ist.

Der Themenabend auf Arte wird 07. September 2004 um 20:45 ausgestrahlt.

Nachfolgend die Pressemeldung von Arte zum Themenabend:
"In Deutschland gehen 400.000 Kinder nicht mehr zur Schule. Es handelt sich um Schulverweigerer, die wochen- oder monatelang dem Unterricht fernbleiben. Die meisten sind zwischen 13 und 16 Jahre alt. Jährlich verlassen 86.000 Kinder und Jugendliche die Schule ohne Abschluss. Viele von ihnen rutschen in die Kriminalität ab. Allein in Berlin schwänzen 15.000 Kinder täglich den Unterricht. Im Westen der Stadt werden im Lernprojekt "courage" die beiden 15-jährigen Mädchen Hannah und Mandy betreut. Die Töchter aus gutem Hause sind "Opfer" der modernen Wohlstandsverwahrlosung, Scheidungskinder, die sich nirgendwo zugehörig fühlen, für die niemand da ist, der ihnen den Rücken stärkt und ihnen gleichzeitig die Grenzen zeigt. In Berlin-Mitte bekommen der 15-jährige Rami und der 14-jährige Mathias ihre letzte Chance in dem Projekt "Arbeiten und Lernen". Wie viele andere Schulverweigerer sind sie mehrmals sitzen geblieben, bevor sie den Anschluss ganz verpasst haben. Im Osten der Metropole befindet sich das "Jugendwerk Aufbau Ost", das sich um jüngere Schulmüde kümmert. Ziel ist die Wiedereingliederung der zehn- bis zwölfjährigen Kinder in die Regelschule. Schulverweigerung, so die Beobachtung des Filmes, ist keine "Null-Bock"-Haltung, wie häufig unterstellt wird. Sie ist zuerst ein Hilferuf an Eltern und Lehrer. Die Kinder zeigen damit, dass in ihrem Leben etwas nicht stimmt. Immer wieder nennen sie Gründe wie Einsamkeit und häusliche Probleme. Die Schule ist für viele ein Ort der Angst, des Versagens und der Ignoranz. Aussagen, die meist in der gegenwärtigen öffentlichen Diskussion der "Schwänzer-Problematik" nicht an erster Stelle ins Spiel gebracht werden. Elektronische Fußfesseln für chronische Schwänzer helfen ebenso wenig wie polizeiliche Verfolgung oder Bußgelder für die Eltern. Schulverweigerer brauchen Hilfe und Aufmerksamkeit, keine Kriminalisierung. Denn sie wollen nichts anderes sein als ganz normale Schüler."

quelle: Pressemeldung arte

 

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