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Schönes Software-Desaster an Hessens Schulen

Schönes Software-Desaster an Hessens Schulen

16.09.2007, (MR)

Im Jahr 2006 hat Hessen begonnen eine landesweite Schulverwaltungssoftware zu beauftragen und angefangen diese in den Schulen zu installieren. Wie die Computerwoche jetzt aufarbeitet ist nach einem Jahr mehr Desaster und Chaos an den Schulen angekommen, denn Arbeitserleichterung und Synergie.

Momentan gibt es viele schöne Pressemitteilungen zum Thema, die Parteien aus Hessen ereifern sich bzw. üben sich in der Kombination "Beruhigung und Verständnis".

Entwickelt wurde die Software durch die Firma CSC. An die Verwaltungssoftware angeschlossen sind 2.000 Schulen in Hessen, 800.000 Schülerinnen und Schüler werden mit der Software auf ihrer Schullaufbahn begleitet. Die Beschwerden nach einem Jahr lassen allerdings nicht auf eine problemlos funktionierende Software schließen:

"Leidtragende der fehlerhaften Lösung sind vor allem die Sekretariate. Bislang erreichten mehr als 300 Beschwerden das Kultusministerium. "So viel Kaffee, wie man während der unendlichen Wartezeiten bei der LUSD-Bearbeitung trinken kann, verträgt kein Mensch", heißt es beispielsweise in einer der Protest-Mails, von denen einige auch bei der Landtagsfaktion der Grünen eingingen." (Quelle: Computerwoche)

Gekostet hat der Spaß 20 Millionen Euro - genüsslich wird in der Opposition hochgerechnet, wie viele Lehrer für diesen Betrag hätten eingestellt werden können.

Liest man sich nun die Pressemitteilung des Hessischen Kultusministeriums zum weiteren Vorgehen durch, findet man die Statements zwischen Verständnis und Aktionismus.

"Neue Projektleitung", "Grundlegende Überarbeitung", "Einführung eines Anwenderbeirats" sind die Aktionsstichworte - da wurde wohl einiges falsch eingeschätzt, wenn nach der Flächeneinführung diese Maßnahmen helfen sollen.

Die Begründung, warum man das nicht vorher schon festgestellt und behoben hat, mutet sehr abenteuerlich an (bei einem Finanzvolumen von 20 Millionen):

"Leider ist die Möglichkeit, Fehler schon in der Testphase zu finden, durch zwei Umstände erheblich eingeschränkt: Wesentliche Funktionen der zentralen LUSD, zum Beispiel das Kandidatenverfahren, lassen sich erst dann testen, wenn alle Schüler und Schulen im System bearbeitet werden. Vor allem aber können realistische Lastbedingungen erst im Echtbetrieb erreicht werden. Daher haben wir die Performanceprobleme mit den damit verbundenen Programmabbrüchen leider erst nach der Umstellung erkannt." (Quelle: Hessisches Kultusministerium)

Selbstverständlich kann man Funktionen auch testen, ohne dass direkt alle späteren Live-Systeme angeschlossen sind und Last- und Performance lässt sich generieren und analysieren. Das kostet Geld und ob das in kleineren Projekten immer nötig ist, sei dahingestellt - aber bei 20 Millionen erstaunlich, dass das Thema offensichtlich nicht ausreichend angegangen wurde.

Schönes abschließendes Statement aus Fefes Blog:

"Gut, 20 Mio ist leider nicht viel für staatliche IT-Projekte, aber überlegt euch mal, wie viele Versuche man da mit kleinen Firmen gehabt hätte, bis die 20 Millionen verpulvert haben und es am Ende nicht funktioniert." (Quelle: Fefes Blog)

 

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