Der Überwachungsdrang unseres Staates scheint allmählich ausländische Unternehmen zu verschrecken. So plant die Bundesregierung, dass Besitzer von E-Mailadressen eindeutig identifizierbar sein sollen - zuständig dafür: der Diensteanbieter.
Vor diesem Hintergrund erwägt Google laut eines Interviews in der Wirtschaftswoche (26/2007) nun die Einstellung des Angebotes von Google-Mail. Bei Google-Mail ist es (wie bei so ziemlich allen anderen Mailanbietern auch) möglich, sich anonym eine E-Mailadresse zuzulegen.
Der deutsche Staat möchte nun nicht nur jeweils die ausgetauschten Daten mitlesen können, sondern auch direkt wissen, welche reale Person denn zu der jeweiligen E-Mailadresse gehört:
"„Viele Anwender rund um den Globus nutzen diese Anonymität, sei es, um sich vor Spam zu schützen, sei es, um sich beim Veröffentlichen ihrer Meinung vor staatlicher Repression zu schützen“, sagt Fleischer. „Wenn die Web-Gemeinde uns nicht mehr glaubt, dass wir mit ihren Daten sorgsam umgehen, sind wir ganz schnell weg vom Fenster.“" (Quelle: Wirtschaftswoche)
Bisher ist das sicher nur eine Drohung - doch vielleicht machen sich unsere wirtschaftlich orientierten Politiker vielleicht gerade über solche "Drohungen" Gedanken. Auf der anderen Seite stellt sich auch immer wieder die Frage, ob man "da oben" das Internet wirklich verstanden hat. Wenn die Bürger sich allmählich mit dem Konzept "Verschlüsselung" vertraut machen, dann zunehmend ausländische Anbieter nutzen, wird der Geheimdienst von nebenan vielleicht bald weniger wissen und das "Geschäft Internet" läuft an einigen Unternehmen vorbei.
Gleichzeitig stellt sich auch immer wieder die Frage, ob man mit den schon durchgeführten bzw. noch geplanten Überwachungsmaßnahmen nicht den "dummen Terroristen" erwischt - denn wer den großen Anschlag vorbereitet, wird wohl nicht seine echte Adresse angeben und unverschlüsselt (am besten auf Deutsch oder Englisch) kommunizieren. So ändert sich nur Stück für Stück die Stimmung im Land - Misstrauen wird gesät, dubiose Terrorwarnungen sind an der Tagesordnung.
Weitere Informationen
- Wirtschaftswoche: Google droht mit Schließung seines deutschen Mail-Portals


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