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Schaltsekunde am 31.12.2005

Schaltsekunde am 31.12.2005

08.11.2005, (MR)

Vielleicht vorerst zum letzten Mal werden am 31.12.2005 um 23:59:59 (GW-Zeit) die Uhren für eine Sekunde angehalten. Da die Erde sich leicht langsamer dreht, ist diese Korrektur in Bezug auf die Atomzeit nötig. Forscher vom Geodätischen Institut der Universität Bonn sind an dieser Korrektur beteiligt.

Wie die Uni Bonn jetzt in einer Pressemeldung mitteilt, könnte diese Korrektur aber 2005 vielleicht zum letzten Mal erfolgen. Zumindest wird dies jetzt bei der ITU (Internationale Fernmelde-Union) in Genf diskutiert. Die Schaltsekunde, die bisher 32 Mal zum „Einsatz“ kam soll entfallen. Dafür soll eine Schaltstunde eigeführt werden, die nach Schätzungen das erste Mal im Jahr 2006 zum Einsatz kommen würde.

„Freunde langer Sommerabende können sich schon auf das Jahr 2600 freuen: Geht es nach den Plänen von Vertretern der Internationalen Fernmelde-Union ITU, wird es dann noch eine halbe Stunde später dunkel. Grund: "Vor allem die Amerikaner wollen die Schaltsekunde abschaffen, mit der wir die Diskrepanz zwischen Atomzeit und astronomischer Zeit korrigieren", erklärt der Bonner Privatdozent Dr. Axel Nothnagel. "Bei manchen EDV-Anwendungen ist die Synchronität voneinander unabhängiger Computersysteme enorm wichtig, und da kann die regelmäßige Korrektur der Atomzeit um eine Sekunde natürlich ein gefährliches Sandkorn im Getriebe darstellen." Unsere Erde eiert. Die Tageslänge kann sich binnen 24 Stunden um bis zu eine Millisekunde ändern. Die Geschwindigkeit der Erddrehung wird regelmäßig gemessen; dabei kommt ein weltweites Netzwerk von Radioteleskopen zum Einsatz. Das Geodätische Institut der Universität Bonn koordiniert diese Messungen. Die so genannte "koordinierte Weltzeit" (UTC) wird dagegen aus den Daten von mehr als 250 Atomuhren erzeugt. Und die zeigen sich vom Schwanken der Erdrotationsdauer ziemlich unbeeindruckt. Folge: Die Weltzeit muss hin und wieder auf die Erde "warten", damit die Atomzeit und die durch die Erdrotation definierte astronomische Zeit nicht auseinander driften. Bisher sind daher 32 Schaltsekunden in die koordinierte Weltzeit eingefügt worden. In Zukunft wird der Korrekturbedarf sogar noch wachsen. Denn zumindest tendenziell dreht sich die Erde immer langsamer - nach zuletzt fünf recht flotten Jahren.“ (Quelle: Pressemitteilung Universität Bonn)

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