Eine Studie der Hans- Böckler-Stiftung zeigt: Immer mehr Angestellte neigen dazu, Krankheiten weitmöglichst zu verdrängen. Aus Angst um den Arbeitsplatz und wegen zunehmendem Leistungsdruck und Arbeitslast gehen sie auch dann noch arbeiten, wenn sie längst beim Arzt sein oder die Krankheit auskurieren müssten.
Auf den ersten Blick eine gute Entwicklung: Die Fehlzeiten wegen Krankheit sind so niedrig wie nie. Doch liegt dies weniger daran, dass wir immer gesünder sind, sondern daran, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sich seltener krank melden. Soziologen des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt a.M. sprechen von "Krankheitsverleugnung".
In einer von der Hans- Böckler-Stiftung geförderten qualitativen Studie warnen die Forscher davor, dass "künftige Erkrankungen ihre Ursachen darin haben, dass heute Erkrankungen institutionell "verleugnet" werden."'
So sei die Arbeit häufig so organisiert, "dass Krankheit nicht vorkommen darf". Termindruck, knappe Personaldecke und das Aufeinanderangewiesensein in Teams sorgten dafür, dass sich bei den Beschäftigten "von selbst Mechanismen der Krankheitsverleugnung entwickeln".
Andere Betriebe erzeugen die Krankheitsverleugnung bei den Beschäftigten durch Kontrolle. Beschäftigte, die häufiger krank seien, müssten Fehlzeitengespräche führen. Diese seien Teil einer erklärten Strategie, über niedrigere Ausfallzeiten Personalkosten zu sparen.
(Quelle: HBS)
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