Wie hängt Sprache und das Verständnis für Zahlen bzw. Mathematik zusammen. Im Wissensspeicher fanden wir dieser Tage einen interessanten Hinweis auf eine Studie, die dieser Fragestellung nachgeht. Demnach ist die Fähigkeit zu rechnen angeboren und nicht an die Sprache gekoppelt.
Bezogen wird sich hierbei auf eine Studie aus London (University College). Bisher ging man anscheinend davon aus, dass Rechnen (auch) etwas mit Sprache zu tun hat und eine Voraussetzung sei, dass die Sprache überhaupt Entsprechungen z.B. für Zahlen enthält.
Die britischen Forscher haben zusammen mit australischen Wissenschaftler indigene australische Kinder untersucht:
"Sie verglichen jene, die in entlegenen Regionen lebten und nur entweder Warlpiri oder Anindilyakawa sprachen - zwei Sprachen der australischen Ureinwohner, die nur wenige Zahlenwörter haben - mit Gleichaltrigen, die in Melbourne lebten und Englisch sprachen. Die Kinder wurden gebeten, die Anzahl von Objekten zu bestimmen, die sie nacheinander auf einer Unterlage platzierten. Die Aufgabe wurde wiederholt und die Objekte unter einer Abdeckung hinzugefügt. So waren sie nicht sichtbar und ihre Anzahl musste erst herausgefunden werden. Beim schwierigsten Teil der Tests mussten die Kinder die richtig ermittelten Zahlen der Häufigkeit zuordnen mit denen die Forscher zwei Holzstücke aneinander schlugen. " (Quelle: Pressetext Austria)
Das faszinierende Ergebnis ist, dass keine Unterschiede zwischen den Gruppen gefunden wurden. Die Forscher ziehen daher den Schluss, dass die Fähigkeit zur Mathematik - zum Umgang mit Zahlen nichts mit der Sprache zu haben:
"Brian Butterworth vom Institute of Cognitive Neuroscience, der die Studie leitete, erläuterte, dass zwei Studien mit Ureinwohnern des Amazonas-Gebietes zu dem Schluss gekommen waren, dass passende Worte für die Lösung derartiger Aufgaben notwendig seien. Das sei, wie jetzt eindeutig bewiesen, nicht der Fall. "Wir werden mit der Fähigkeit geboren die Welt auch in Zahlen zu begreifen, genau so wie wir auch Farben wahrnehmen können."" (Quelle: Pressetext Austria)
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