Mit www.readers-edition.de ist kürzlich ein Newsportal gestartet, das zwar auf den ersten Blick aussieht wie viele andere Newsseiten aber hinter den Kulissen ganz anders organisiert ist: Eine Community erstellt die News, verdient damit kein Geld - und jeder kann sich journalistisch betätigen.
Das klingt auf den ersten Blick wie Wiki-News und hat sicher auch damit einiges gemeinsam. Hinter Readers Edition steht die Netzeitung, die das Portal momentan finanziell erst ermöglicht.
In den ersten Tagen musste sich Readers Edition vielfältiger Kritik stellen: Die Qualität wurde in Zweifel gezogen, Journalisten sahen ihre Einnahmequellen gefährdet. Schnell wurde von Content-Sklaven gesprochen, jedoch passt das Projekt in den Geist der Zeit.
Dass jemand qualititativ gut arbeitet und dafür kein Geld nimmt, ist erst einmal nicht selbstverständlich und ist für jemanden, der mit der gleichen Tätigkeit professionell sein Geld verdient natürlich eine Gefahr. Aber alles, was heute unter "Web 2.0" fällt - besteht in der Eigenaktivität von Communities.
Ziel der "Readers Edition" ist es jedoch, die eigene Sichtweise der Autoren zur Geltung zu bringen und diesen eine Plattform zu bieten.
Davor brauchen Journalisten keine Angst zu haben, davor kann man sie auch nicht beschützen. Auf meinem Bildschirm konkurrieren jeden Tag Texte aus Zeitungen, mit Blogeinträgen, Newsticker etc. - alle wollen meine Aufmerksamkeit und diese verteilt sich heute sehr unterschiedlich.
Ob sich die Readers Edition auf Dauer behaupten kann, bleibt abzuwarten. Die Anfänge sind interessant und sicher nicht so katastrophal wie viele es meinten heraufbeschwören zu müssen.
Und wenn die Profis ehrlich sind - auch heise.de, spiegel-online.de etc. leben zu einem guten Teil davon Pressemitteilungen kreativ umzuschreiben. Dagegen ist nichts zu sagen, auch dadurch fühle ich mich informiert. Die größte Aufmerksamkeit bekommen aber weiterhin Texte, die packend sind, etwas neues oder eine andere Sicht präsentieren. Gut geschrieben müssen sie sein (egal von wem), fair und nicht tendenziös.
Wer das bietet bekommt einen Teil der Währung "Aufmerksamkeit" und damit dann vielleicht auch die Werbepartner der Seite. Wer das konsequent nicht bietet - der wird auch recht schnell wieder von den Lesern verlassen.
Daher hat die Readers-Edition als ein neues Projekt eine Chance verdient. Mit einer Redaktion, einem Bewertungssystem von Artikeln (und damit auch Autoren) gibt es Instrumente, um die Spreu vom Weizen zu trennen.
Und Blogs zeigen es immer wieder - es gibt Menschen, die keine professionellen Journalisten sind und trotzdem gerne schreiben und trotzdem journalistischen Ansprüchen genügen, nicht immer und überall aber das ist auch bei den Profis so.
Schauen Sie selbst: www.readers-edition.de
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