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Psssstt - Lärmampel

Foto: reticon

Psssstt - Lärmampel

30.10.2006, (MR)

Letztes Wochenende stand sie kurz im Arbeitszimmer: Eine Lärmampel. Im Bonner Raum kann diese kostenlos durch Ganztagsschulen etc. ausgeliehen werden und auf dem Weg in eine OGS machte die Ampel Station und die reticon-Redaktion musste sie natürlich direkt ausprobieren.

Die Idee dahinter:
Lärm in Kindergärten und Schulen ist für viele zwar selbstverständlich und vielleicht ärgerlich, dass er oft gesundheitsschädigende Ausmaße annimmt, ist dann vielen doch nicht so bewusst.
Die Lärmampel ist im Prinzip ein einfaches Messgerät, dass Lautstärke optisch signalisiert (eine akkustische Warnmeldung kann man hinzuschalten).
Mittels eines Drehreglers ist die Reaktionsschwelle einstellbar. Ziel ist es, Lärm bewusst zu machen und sie leiser werden zu lassen.

Ich bin zwar Erwachsenenbildner und schreienden Schulklassen wollte ich im Berufsleben wenn es geht nicht begegnen, das Konzept überzeugt mich aber nur teilweise.
Einerseits ist sicherlich die Gefahr da, dass Kinder "austesten" und die Ampel leuchtet ja auch schön rot und andererseits wird sie wahrscheinlich wieder an ein Belohnungssystem gebunden (wo sollte der Anreiz in einer grünen Ampel bestehen?).
Die Hoffnung besteht darin, dass die Ampel "objektiv" ist und eine größere Autorität als der Lehrer/Erzieher hat - das mag vielleicht stimmen, ist für den Pädagogen aber sicher keine Auszeichnung.
Auf der anderen Seite verleitet die Ampel aber auch dazu, sich des Problems "Lärm" dann doch nicht so bewusst zu werden: Sind die Kinder jetzt leiser, um die Ampel "milde" sprich grün zu  stimmen? Sinnvoller wäre doch, wenn sie leiser wären, um ihre Gesundheit und die der anderen nicht zu schädigen oder um schlecht konzentrierter arbeiten zu können.
Aber ich erinnere mich an die Psychologieseminare aus meinem Studium in Münster: Es ist für Pädagogen traurig aber wahr: Konditionierung funktioniert. Na dann Psssttt.
Zum Abschluss noch der Preis geflüstert: Ab 99,- Euro und bis zu 399,- Euro, die allerneuesten Modelle warnen nun auch noch vor schlechter Luft (kein Witz). In Deutschland gibt es inzwischen mehrere Hersteller von Lärmampeln.

 

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