In Berlin wird heute per Volksentscheid abgestimmt - ob Religion nun ein freiwilliges (zusätzliches) oder ein echtes Wahlfach sein soll. Die Diskussion hat sich dort richtig emporgeschaukelt, in Berlin findet dazu ein echter Wahlkampf statt.
Wir waren nach Ostern für einige Tage in der Gegend und man begegnet in Berlin an vielen Ecken großen Plakatwänden, die Stimmung machen. Günther Jauch tönt aus dem Radio in Spots und macht Stimmung "pro Freiheit" und gegen "Zwang". Auf diese beiden Begriffe wurde die Diskussion verkürzt - eine echte sachliche Diskussion war wenig zu sehen. Die Kirchen stehen natürlich "pro reli", manch einer meint, dass auch die Stadt "gespalten" sei, da viele aus dem "Osten" mit der Debatte wenig anfangen können.
Konkret geht es darum, ob Religion ein echtes Wahlfach sein soll, d.h. die Schüler entscheiden sich zwischen Ethik, Religion - wobei Religion dann wohl alle "großen" Religionen umfasst. Die andere Seite (und das ist der aktuelle Stand in Berlin) sieht Ethik für alle als verpflichtendes Fach und bietet Religion als freiwillige Zusatzveranstaltung an.
Warum man dagegen polemisieren soll, verstehe ich nicht recht, meiner Meinung nach haben wir eine Trennung zwischen Staat und Religion. Man kann gegen ein solches Fach Ethik sein, aber die Alternative unter "Freiheit vs. Zwang" aufzumachen ist schlichte Polemik.
Das Problem in Berlin ist, dass die "Gegenseite" kaum besser argumentiert und ähnlich viel Polemik auffährt. Vielleicht sollte man beide Fächer für die nächsten 3 Jahre abschaffen und es machen wie bei der Papstwahl - wenn sich die Seiten nicht einigen bleibt es dabei ;-)
Wir sammeln nachher noch ein paar Links, nehmen aber auch gerne entsprechende Links in den Kommentaren entegegen.
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