Der Philologenverband kritisiert die aktuelle Praxis des frühen Fremdsprachenunterrichts an Grundschulen. Dieser zeige in der jetzigen Form kaum Vorteile und nach einem Jahr Gymnasium seien die Vorsprünge der Kinder aufgeholt, die z.B. in der Grundschule Englischunterricht hatten.
"Am Ende des ersten Gymnasialjahres sei der Leistungsstand von Schülern mit oder ohne Frühenglisch an der Grundschule nicht mehr unterscheidbar." (Quelle: Philologenverband)
Dabei geht es dem Lobbyverband weniger um das Ende von Fremdsprachenunterricht an Grundschulen - vielmehr möchte er eine Neuorganisation und eine Debatte um das Wie anstoßen. Ausdrücklich werden dabei die Grundschullehrerinnen und -lehrer in Schutz genommen.
"Meidinger forderte, die doch jetzt vorhandenen mehrjährigen Erfahrungen mit dem Fremdsprachenunterricht an der Grundschule unvoreingenommen auszuwerten und dann auch die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. "Die unvorbereitete überstürzte Einführung des Englisch- und Französischunterrichts an den Grundschulen ohne Rücksicht auf die erforderlichen Voraussetzungen gehört nach unserer Überzeugung in eine Reihe mit vielen anderen verfehlten Reformschnellschüssen im Bildungsbereich wie etwa auch der Einführung des achtjährigen Gymnasiums", so Meidinger." (Quelle: Philologenverband)
Dass der Verband natürlich auch Lobbyarbeit in eigener Sache und für die eigene Klientel macht liegt sicher auf der Hand (und macht häufig auch die Bildungsdebatte nicht einfacher - dass die Diskussion ausgetragen werden sollte, bleibt davon aber unberührt. So wird als Begründung eine eigene Umfrage unter Englischlehrern durchgeführt und dann ohne weitere Quellenangabe auf Forschungen z.B. von Prof. Manfred Pienermann verwiesen - von diesem findet sich allerdings ein deutlich differenziertes Interview in "derwesten":
"Wir können aus wissenschaftlicher Sicht nicht sagen, dass der Englischunterricht an Grundschulen nichts bringt. Für eine solche Aussage müssten sehr umfangreiche Studien erstellt werden, die es bis dato nicht gibt. Wenn es ein Problem in Bezug auf den Englischunterricht für Grundschüler gibt, dann besteht es darin, dass die Kinder keine homogene Masse sind. Stattdessen finden weiterführende Schulen Gruppen von Schülern vor, die zuvor auf unterschiedliche Art und Weise Englisch gelernt haben und einen unterschiedlichen Entwicklungsstand haben." (Quelle: derwesten)
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