Der Papst hat schon vor einigen Tagen wie jetzt bekannt wurde, den Theologen Hans Küng getroffen. Das Treffen ist insofern erstaunlich, da Küng als äußerst kirchenkritisch gilt. Ihm wurde 1980 die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen. Trotz des Entzugs der kirchlichen Lehrerlaubnis blieb Küng bis Mitte der 90er Direktor des Instituts für ökumenische Forschung und Professor an der Universität Tübingen.
Besonders da Küng die Unfehlbarkeit des Papstes kritisiert hatte, kommt für viele das Gespräch überraschend, insbesondere da Küng sich nach der Papstwahl in einer ersten Reaktion kritisch geäußert hatte (vgl. Interview im Stern 18/2005, oder Artikel in der Netzeitung).
Küng kennt den Papst noch aus seiner Tübinger Zeit und war ihm früher freundschaftlich verbunden, ehe der Kontakt abbrach. Die jetzige Meldung überrascht viele, auch zu sehen an der breiten Resonanz in den Medien. (s. z.B. diePresse.com, Süddeutsche, Spiegel)
Küng ist vor allem in den letzten Jahren durch sein Projekt „Weltethos“ bekannt geworden. Das inzwischen in eine Stiftung gemündete Projekt hat sich zum Ziel gemacht, die Gemeinsamkeiten aller Weltreligionen aufzuzeigen und auf dieser Basis zu einer Erneuerung und gemeinsamen moralischen Werten zu kommen. Es sind auch ausdrücklich nicht-religiöse Menschen aufgerufen sich miteinzubringen.
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