Zu DHL und ihren Packstationen bekomme ich immer mehr ein sehr gestörtes Verhältnis, eine Bestellung, die mit DHL Overnight Express gestartet ist, scheint sich zu einer langen Odysee zu entwickeln.
Diesmal wird allerdings nicht gewichtelt wie in meiner ersten Begegnung mit einer Packstation:
reticon-Report: Packstation: Wichteln mit der Deutschen Post
Montag, 13.12.
Mittags bei dem Internet-Händler mit dem großen A am Anfang die notwendigsten Utensilien zur Kaffeezubereitung im Büro zusammengeklickt. Es blinkte fröhlich, dass mit Versandkostenzuschlag schon alles am nächsten Tag vor 12 Uhr dasein könnte. Kurz gezögert aber was macht man nicht alles für den guten Kaffee am morgen und dann via "DHL-Overnight-Express" bestellt und die Option "an Packstation liefern" genommen, da die nächste Packstation nur kurz vom Büro entfernt ist.
Bestätigung bekommen, Tracking Nummer bei DHL bekommen, soweit alles gut.
Dienstag, 14.12.
Um 12 Uhr noch kein Paket in Sicht, dann erstmal ins nahe Cafe gegangen. Dann die ersehnte SMS: "Guten Tag Herr Ragg, Ihre Sendung liegt in Packstation 105 in Bonn". Also nix wie hin zur Packstation, aber es öffnet sich ein leeres Fach. Kurz entschlossen den Hotline-Not-Button an der Packstation gedrückt. Erstmal passiert nichts, bis ich merke, dass knapp über Kniehöhe jemand mit mir redet. Also mein Leid geklagt und die Dame verspricht sich darum zu kümmern.
Gegen 16 Uhr dann ein Anruf von DHL - das Paket ist nie in die Packstation eingebongt worden, es war schlicht kein entsprechendes Fach mehr frei, daher das Paket auf dem Rückweg nach Köln zum "Umschlagplatz". Die Frage "Warum kriege ich denn dann eine SMS zum Abholen des Pakets" .. verschieben wir auf einen anderen Zeitpunkt.
"Was wir denn jetzt machen sollen" ist die zentrale Frage: sie könnten es mir am Mittwoch nach Hause liefern, entweder zwischen 8-12 oder 13-17 Uhr. Tja - das sind nun mal die Zeiten, wo definitiv niemand zu Hause ist (daher ja Packstation). Ich biete an entweder Post-Filiale oder ins Büro. Gemeinsam finden wir die Adresse der Filiale, ich werde in eine Warteschleife geschoben - als ich wieder hervorgeholt werde die Neuigkeit: DHL Overnight-Express kann/darf nicht Sendungen in Filialen der Post abgeben. Na dann halt an die Uni - schön langsam erklärt welche Etage, welches Zimmer etcpp.
Mittwoch, 15.12.
Der Tag beginnt gut: Eine freundliche Mail von Amaz ... mit der Entschuldigung, dass das bei DHL schiefgeht mit der pünktlichen Lieferung und ich selbstverständlich den Expresszuschlag zurückkriege.
Dann fehlt eigentlich nur noch das Paket. Um 13:30 ändert sich dann der Tracking-Status auf: "Adressfehler, Sendung konnte nicht zugestellt werden."
Na hervorragend - es sei noch erwähnt, dass wir heute einen neuen Pizzabringdienst ausprobiert haben, der nette Mensch hat mich problemlos gefunden, das Büro war immer besetzt (das ist dann auch die Herleitung der Headline des Artikels).
Mal schauen, wann sich DHL meldet und was sie anbieten, um aus der Nummer wieder herauszukommen.
Bisheriges Fazit:
Die Sache mit den Packstationen ist bei mir bisher völlig schiefgegangen, meine Packstation-GoldCard werde ich dankend zurückgeben und auf diesen Service verzichten.
Der Rest entscheidet sich, wann ich denn nun endlich mein Paket bekomme - so schwer kann das doch nicht sein.
Wenn ich dann die Presse zum Thema DHL, Umstrukturierung, möglicher Stellenabbau lese - dann wird mir ganz warm um's Herz.
Um es klar zu formulieren: Der Shop bei dem ich bestellt habe, kann nichts dafür, aber leidet in zweiter Linie natürlich darunter, weil das bestellte Produkt nicht da ist und bisher nur Zeit und Ärger kostete. Wir halten Sie auf dem Laufenden, wie sich das mäßig amüsante Spiel weiter entwickelt.
Update 17.12.2006
Inzwischen hat sich die Geschichte etwas weiter entwickelt, leider noch nicht wirklich zum Guten. DHL hat sich seit dem erfolglosen Zustellversuch bisher nicht mehr gemeldet, das Paket hat online immer noch den Status von Mittwoch.
Allerdings scheint die Presse/Service-Abteilung fix zu sein - am Freitag fand ich einen Entschuldigungsbrief des Packstation-Service-Teams mit einer netten Geste (Frei-Paket-Marken). Das finde ich wirklich nett - nur was ist mit meinem Paket.
Donnerstag sowohl Amazon als auch DHL über die Service-Mailadressen befragt, wie das jetzt weitergehen soll - bisher keine Reaktion außer netten automatischen Antwortmails aus Textbausteinen.
Update 18.12.2006
Heute 17:45 meldet sich der DHL-Support via Mail bei mir, wieder eine Entschuldigung und die Nachfrage, dass sie zur weiteren Bearbeitung Absender und Empfänger und die Sendungsnummer bräuchten. Die letzte DHL-Dame hat das zwar alles über meine Post-Card-Nummer gesehen und daher hatte ich die in der Mail angegeben - aber ok, können Sie haben. Mal schaun ob die nächste Mail von DHL wieder 5 Tage Bearbeitungszeit braucht.
Ansonsten auch weiter keine Reaktion von Amaz..., dahin einmal eine zweite Mail geschickt.
Dafür hatte mein Konto Kontakt mit Amaz...., zumindest die Abbuchungsabteilung arbeitet fleißig, das Geld für die Bestellung wurde am 12.12. abgebucht, die Rückerstattung der Expresskosten erfolgte am 13.12.. Vielleicht sollte ich das rückbuchen lassen, Einzugsermächtigung entziehen, inzwischen sehe ich das ganze als Experiment zu Reaktionszeiten der Support- und Serviceabteilungen.
Update 18.12.
Es geht weiter Schlag auf Schlag. 17:11 Uhr heute die Mail von DHL - brav beantwortet, dort wird gesucht. 18:10 Uhr Feedback von Amazon - die sagen jetzt, sie hätten mit DHL geredet und mein Paket wäre auf dem Rückweg zu Amazon. Ich würde den Betrag bei Eingang wieder gutgeschrieben bekommen.
Schaun wir einmal, ob das jetzt das letzte Update in dieser Aktion war. Die Kaffeemühle werde ich mir wohl lieber vor Ort besorgen. Ansonsten eine interessante Idee, um Artikel auf reticon zu bekommen, aber wir wollen uns doch lieber wieder mit Pädagogik beschäftigen als den Segnungen der neuen Welt.
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