In NRW wurde heute der Gesetzentwurf zur Erneuerung des Schulgesetzes durch Ministerpräsident Rüttgers und Schulministerin Sommer vorgestellt. Von unterschiedlichen Seiten gibt es Kritik, vor allem an der "Entmündigung der Eltern".
Stein des Anstoßes ist folgende Formulierung:
"Eltern werden künftig die Wahl der weiterführenden Schule nicht mehr erzwingen können, wenn ihr Kind offenkundig für die von ihnen gewünschte Schulform nicht geeignet ist."
Bisher war es in NRW so, dass der Grundschullehrer eine Empfehlung ausprach, diese aber für die Eltern nicht bindend war. Mit dem nun vorgeschlagenen Verfahren wird die Empfehlung des Lehrers mehr Bedeutung beigemessen. Eltern können sich nur noch im Einzelfall (z.B. durch eine zusätzliche Eignungsprüfung für das Kind, darüber "hinwegsetzen".
Aber auch aus der Opposition kommt in NRW harte Kritik. So prophezeien SPD und Grüne eine verstärkte soziale Selektion und damit geringere Bildungschancen besonders für Kinder aus sozial schwachen Familien.
Wir haben für Sie einige Quellen zum Weiterlesen zusammengestellt. Verschaffen Sie sich einen Überblick, denn wie so oft gibt es unserer Meinung nach nicht den klaren eindeutigen Weg - auch wenn uns das Parteien, Gewerkschaften und Verbände immer wieder gerne verkaufen.
Bei der freien Schulwahl gilt es eine Prognose zu treffen, wie sich ein Viertklässler weiterentwickeln wird und wo er am besten gefordert und gefördert werden kann. Das können die Eltern sein, das kann aber auch die Grundschule sein. Beispiele für falsche Entscheidungen gibt es auf beiden Seiten genug.
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