reticon hatte ja schon ausführlich über Sinn und Unsinn der Kampagne "Du bist Deutschland" berichtet. Nun erhält die Debatte neuen Zündstoff durch ein Bild, das vielerorts zuerst für eine geschickte Fälschung gehalten wurden, das aber echt ist.
Doch der Reihe nach:
In verschiedenen Blogs ist in den letzten Wochen diese Bild aufgetaucht. Ehe Sie weiterlesen, werfen Sie einen Blick darauf. Das Bild stammt aus "Ludwigshafen - Ein Jahrhundert in Bildern" - wann es genau gemacht wurde ist momentan strittig (um 1935), es ein Hitler-Bild, darunter ein Spruchband mit der Aufschrift "Denn Du bist Deutschland".
In den letzten Tagen hat sich eine (zum Teil wilde) Diskussion an vielen Ecken im Internet entfacht - vor allem Blogs stehen hier an vorderster Front, das zeigt alleine die Zahl der Kommentartoren (aktuell über 400), die sich zum Beispiel im Artikel auf Spreeblick verewigt haben.
Für die Kampagne "Du bist Deutschland" ist das natürlich in erster Linie peinlich, da gab es 1935 ein Spruchband mit fast derselben Aufschrift, die die Kreativen dieses Landes eben erst wieder neu erfunden haben.
Man sollte aber natürlich nicht den Fehler machen und die Inhalte gleichsetzen. Die aktuelle Kampagne ist sicherlich nicht mit nationalsozialistischen Ideen bestückt, da hätte dann auch keiner der Prominenten mitgemacht.
Und so äußert sich auch Lars Cords (Leiter der Kampagne) auf Spreeblick:
"„Du bist Deutschland“ heißt für uns: Jeder einzelne trägt Verantwortung für das Wohlergehen und die Zukunft des Landes, in dem wir alle leben. Wir sind nicht Opfer irgendwelcher Umstände, die wir nicht beeinflussen können." (Quelle: Kommentar auf Spreeblick)
Aber es bleibt dabei: Die große Zahl der Abwandlungen der Originalkampagne ist plötzlich um ein Original erweitert worden, an das so sicherlich keiner gedacht hat.
Wir sollten aber aufpassen, dass die originäre Kritik an der Kampagne nicht in eine falsche Richtung gelenkt wird.
Spannend wird auch sein, wie sich die etablierten Medien diesem Thema stellen, sind doch so ziemlich alle "großen" Medieninstiutionen an der Kampagne beteiligt. Ob Anne Will in den Tagesthemen darüber berichtet - ob die Zeitungen neben den kostenlosen Anzeigenplätzen, die sie für die Kampagne zur Verfügung stellen auf diese Diskussion verweisen: Wir sind gespannt - und voller Vertrauen in die deutsche Medienlandschaft.
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