Nachdem wir gestern bereits über die etwas erstaunliche Pressemitteilung des Deutschen Städte- und Gemeindebunds berichteten, in der sich dieser deutlich gegen den Deutschen Kulturrat positioniert, hat reticon den Deutschen Kulturrat nach seiner Meinung zu den Vorwürfen befragt.
Wir freuen uns, dass Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates uns noch gestern Abend auf unsere E-Mail-Anfrage geantwortet hat:
reticon Der Deutsche Städte- und Gemeindebund bezieht sich in einer Pressemitteilung (http://www.dstgb.de) auf die Debatte "Computerspiele als Kunst" - allerdings in dem Tenor, dass Computerspiele als Kunst quasi "Killerspiele" legitimieren würde. Sehen Sie ihren Ansatz "Computerspiele als Kunst" richtig wiedergegeben, bzw. welchen Ansatz vertreten Sie?
Zimmermann "Die Stellungnahme des Deutschen Städte und Gemeindebundes hat mich überrascht. Der Computerspiel-Markt bewegt sich im Kulturbereich. Wo denn sonst? Das ist genau wie beim Filmmarkt und sagt natürlich noch nichts über Qualität aus. Ich wundere mich ein bisschen über die Aufregung. Denn: Wenn man sagt,
Computerspiele sind zum Kulturbereich zu rechnen, entstehen dadurch neue Chancen gerade jugendgefährdende Computerspiele zurück zu drängen, da "gute" Spiele in der Zukunft gefördert werden könnten. In diesem Sinne hat der Deutsche Städte und Gemeindebund mich falsch verstanden.
Dass der Deutsche Städte- und Gemeindebund schreibt, dass die Städte und Gemeinden die vom Deutschen Kulturrat angestoßene Debatte nach grundsätzlicher Anerkennung von Computerspielen als eigenständigen Kunstbereich entschieden ablehnt, scheint mir doch sehr gewagt zu sein. Debatten kann man in einem freiheitlichen Land nicht ernsthaft ablehnen, man kann sich daran beteiligen oder es lassen. Der Deutsche Städte und Gemeindebund will sich offensichtlich nicht beteiligen, das bedauere ich sehr."
Olaf Zimmermann ist Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
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