Einer Umfrage zufolge haben mehr als die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler Erfahrungen mit Mobbing gemacht, fast ein Fünftel ist dabei ein Opfer von "Cyber Mobbing", d.h. sie werden mit Mails, durch Handyfotos und -filme oder über Einträge, Kommentare und Fotos in Communityportalen beleidigt oder lächerlich gemacht.
Kinder können grausam sein und mancher erinnert sich noch bis ins hohe Erwachsenenalter an Rüpel, die einem die Schulzeit zur Hölle gemacht haben, "Zicken", die einen ausgeschlossen und vor der Gruppe lächerlich gemacht oder gedemütigt haben.
Im Rahmen der Aktion Mobbing - Schluss damit! wurden 1997 Schülerinnen und Schüler zum Thema Mobbing befragt.
Erschreckendes Ergebnis: Mehr als die Hälfte aller Befragten - genau 54,3 Prozent - gaben an, innerhalb von zwei Monaten mindestens einmal von direktem Mobbing* betroffen gewesen zu sein. Dabei waren Jungen häufiger Opfer als Mädchen. Jedes 5. Kind gibt an, sehr häufig gemobbt zu werden.
Wenn man diese Zahl auf die 12,3 Millionen Schüler in Deutschland hochrechnet, so die Forscher, wären in einem Zeitraum von zwei Monaten etwa 6,6 Millionen Kinder und Jugendliche von direktem Mobbing an Schulen betroffen. Das entspräche 761.538 Mobbingopfer wöchentlich.
Andere Zeiten, andere Sitten: Etwa ein Fünftel der Befragten gibt an, schon einmal Opfer von "Cyber-Mobbing" geworden zu sein. Dabei nutzen Schülerinnen und Schüler e-Mails, Chats, Instant Messaging Systeme (wie ICQ oder MSN), Community-Portale wie schülerVZ oder auch Handys, um andere zu bedrohen, beleidigen, Gerüchte über sie zu verbreiten oder ihnen Angst zu machen.
Wenn man dies auf alle 12,3 Millionen Schüler in Deutschland umrechnet, ergibt sich, dass in einem Zeitraum von zwei Monaten 2,45 Millionen unter Cyber-Mobbing zu leiden haben, 282.692 Fälle wöchentlich.
"Selbst wenn man bedenkt, dass vermutlich Betroffene eher an der Befragung teilgenommen haben als Nicht-Betroffene, müssen diese Zahlen bedenklich stimmen", erklärt der für die Studie verantwortliche Professor Dr. Reinhold S. Jäger.
Die Umfrage war die größte Online-Befragung, die zu diesem Thema bisher in Deutschland durchgeführt wurde. Im Rahmen der Aktion MOBBING - SCHLUSS DAMIT! fanden die Kinder neben dem Fragebogen auch Informationen, Kontaktadressen und Foren, in denen sie ihre Erfahrungen beschreiben und die Erlebnisse anderer kommentieren konnten. "Die Menge der Einträge und die Schwere vieler Vorfälle waren erschreckend.", sagt Projektleiterin Kristine Kretschmer, "Und erschreckend war auch, dass Schulen kaum reagieren und in der Regel die Opfer die Konsequenzen ziehen und die Schule verlassen."
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1 Kommentar(e) zu "Mobbing 2.0 in der Schule"na klar werden an jeder schule schüler gemobbt, geärgert etc. in 90% aller klassen werden 1-2 schüler geärgert, würd ich mal schätzen. aber da das ja alles so subtil ist, kriegt es der lehrer meistens net mit und der schüler muss trotzdem leiden. erst bei gewalt wird eingegriffen.. viel zu spät...
04.12.2007 16:28
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