Frauen sind im Wissenschaftsbetrieb weiterhin unterrepräsentiert. Bund und Länder wollen nun 200 zusätzliche Stellen für Professorinnen schaffen. Dafür werden insgesamt 150 Millionen Euro bereitgestellt.
Das klingt auf den ersten Blick nach einem sehr ambitionierten Projekt - Förderung von Frauen in der Wissenschaft und gleichzeitig ein grundsätzlicher Ausbau von Professuren an Hochschulen.
Während im Bereich der Studierenden die "Frauenquote" bei gut 50 Prozent liegt, hat sich dies bisher kaum im Bereich der Lehre gespiegelt. So waren 2006 mit 5.657 nur 14,9 Prozent aller 37.913 Professuren in Deutschland mit Frauen besetzt (Quelle: Destatis: Professoren und Professorinnen an deutschen Hochschulen)
Der Anteil beträgt damit 14,9 Prozent - mit 200 zusätzlichen Stellen für Professorinnen würde der Anteil auf 15,4 Prozent steigen. Das ist quasi der Steigerungsanteil pro Jahr (wenn man die letzten Jahre betrachtet).
Doch wie so oft lohnt sich auch ein Blick ins Kleingedruckte: Nach einer Pressemitteilung des BMBF werden die Stellen, die jetzt gefördert werden einerseits "Vorgriffsprofessuren" sein "also eine Zeit lang parallel zu Stellen von Professorinnen oder Professoren existieren, die kurz vor der Emeritierung stehen. Damit soll die Anzahl der Professuren de facto erhöht werden." (Quelle: Pressemitteilung BMBF)
Die Stellen sind unbefristete Stellen - das Förderprogramm ist jedoch bis 2011 befristet und der Fortgang wird an einer Beurteilung durch die Nachfolgeorganisation der BLK hängen.
Mir ist nicht ganz klar ob die neuen Professorinnen jetzt "nur" eine vorzeitige Berufung auf eigentlich existierende Stellen sein sollen und mit der Emiritierung des Vorgängers auf dessen Professur wechseln (das würde dann nur zu einer kurzfristigen Erhöhung der Gesamtprofessuren führen) - oder ob hier wirklich neue Professuren geschaffen werden - dabei stellt sich dann die Frage ob die Hochschule nach Ablauf der Anschubfinanzierung die Kosten trägt.
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BMBF: 200 zusätzliche Stellen für Professorinnen an den Hochschulen
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