Wir greifen eine Pressemitteilung der Techniker Krankenkasse auf, die auf die aktuell veröffentlichte Heilmittelstatistik verweist. Das sind enorme Größenordnungen: So wurden 2010 demnach 663 Millionen Euro für "Kinder-Therapien" verschrieben.
"Der Trend zu Kindertherapien hält an. Die niedergelassenen Ärzte haben im Jahr 2010 sogenannte 'funktionelle Therapien' wie Ergo-, Physio- und Sprachtherapien für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahren im Wert von über 663 Millionen Euro verschrieben. Nach einem leichten Rückgang des Umsatzes seit 2007 entspricht das gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg von acht Prozent." (Quelle: TK)
Die GKV veröffentlicht zudem quartalsweise Statistiken, die sicher einen weiteren Blick lohnen. Generell gibt dies einen Blick "jenseits der Pädagogik" - erst einmal ganz unabhängig wie man zu den einzelnen Therapien steht. Es zeigt (wieder einmal) auf wo unsere Gesellschaft momentan anscheinend an ihre Grenzen gerät. Das was uns PISA und Co sonst aus einer anderen Perspektive bestätigt wird hier aus Sicht einer Krankenkasse wiedergegeben.
"Auch TK-Zahlen bestätigen den Trend zum 'therapierten' Kind. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der TK gab fast die Hälfte der befragten Eltern an, dass ihr Nachwuchs schon einmal therapeutische Unterstützung bekommen hat. Mehr als jedes vierte Kind zwischen sechs und 18 Jahren erhielt Sprachtherapie. Fast jedes Fünfte bekam Ergotherapie und ebenso viele Kinder waren bei der Krankengymnastik. "Einige dieser, auch für Eltern und Kinder belastenden und zeitaufwändigen, Therapien könnten sicherlich vermieden werden", so Pries. Sie empfiehlt den Eltern für einen geregelten Tagesablauf mit viel Bewegung, gemeinsamen Mahlzeiten und festen Ritualen zu sorgen. "Jede Art von Bewegung in freier Natur ist gut: eine Radtour, ein Ausflug in den Tierpark oder ins Schwimmbad, abends vielleicht noch eine Gute-Nacht-Geschichte. Damit ist ein guter Grundstein für eine gesunde kindliche Entwicklung gelegt." " (Quelle: TK)
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