Das Netzwerk-Recherche hat heute einen Medienkodex vorgelegt. Insgesamt 10 Punkte sollen eine Orientierung im journalistischen Alltag geben. Ziel ist es, Qualtität und Unabhängigkeit zu sichern, Zündstoff enthält der Kodex allerdings auch.
Die Pressemitteilung geht schon fast vorsorglich auf im Vorhinein geäußerte Kritik ein, denn der Kodex enthält einen Satz, den wir als Leitlinie nur unterschreiben können, der aber häufig der gelebten Praxis widersprechen wird: Journalisten machen keine PR.
Kurz und wahrscheinlich schmerzvoll. Das Netzwerk Recherche schreibt dazu:
"Netzwerk Recherche setzt in dem neuen Medienkodex auf eine strikte Trennung zwischen Journalismus und PR. Gerade weil es in der Ausbildung und der journalistischen Praxis zu höchst bedenklichen Vermischungen dieser entgegengesetzten Berufsbilder kommt, heißt es in dem neuen Medienkodex eindeutig: „Journalisten machen keine PR.“" (Quelle: Pressemitteilung Netzwerk Recherche)Man sollte in der Diskussion allerdings darauf achten, sich nicht zusehr auf diesen Passus zu beschränken. Die anderen neun wollen genauso das Leitbild eines Journalisten gestalten. Der Kodex richtet sich demnach auch nicht nur an die Journalisten selbst sondern vielmehr an die Auftraggeber und Redaktionen.
Gleichzeitig ist unserer Meinung nach die Diskussion um Journalismus und PR äußerst wichtig - nicht zuletzt auch im Bildungsbereich. Viele journalistisch aufgemachte Bildungsportale machen viel weniger Journalismus als schlicht PR - und dazu gehören auch immer wieder öffentlich geförderte Portale. Wir wollen das Thema hier jetzt nicht vertiefen, aber es ist gut, dass die Diskussion angestoßen wird.
Wir finden den Kodex einen guten und richtigen Schritt, sowohl aus der Rolle Schreiber wie auch der Rolle Leser heraus.
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