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Medienexperimente am Abgrund

Medienexperimente am Abgrund

16.06.2007, (MR)

In der vergangenen Woche gab es einige Medienexperimente - so richtig geklappt hat keines. Relaunch der TAZ, Musik bei Spiegel-Online und elektronische Wahl bei der Linkspartei.

Starten wir mit einem kleinen Blick auf die TAZ: Ein Relaunch ist zugegeben immer schwierig, da Besucher sich auf neues einlassen müssen und altbewährtes vermissen werden. Doch selbst nach einigen Tagen der Gewöhnung, der Auftritt der TAZ bleibt aus meiner Sicht ein mäßiger Relaunch. Das ganze sieht jetzt aus wie ein Blog, sehr viel unnötig verschenkter Platz, der schwarze Streifen taz.auf der linken Seite ist genauso unnötig wie der breite Bereich für "Abo, Anzeigen etc.". Das zu groß geratene Datum - man folgt "irgendwie" den Trends. Bei der Taz führt momentan das große "Teaserbild" dazu, dass selbst bei einer hohen Monitorauflösung trotzdem kaum Inhalte auf der ersten Seite zu sehen sind. Auch im Web trifft der Relaunch auf wenig Gegenliebe.

Zweites Projekt der Woche: Spiegel-Online startete eine Kooperation mit last.fm, um Musik auf die Webseite zu holen. Das ganze getreu dem Motto: Wir sind ein Gemischtwarenladen und rollen die Welt von der anderen Seite auf - gebt uns noch zwei Jahre, dann gibt es bei uns auch Kaffee.
Doch last.fm hat eben auch Material verfügbar, das Spiegel-Online lieber nicht präsentieren möchte und der Filter war offensichtlich noch nicht ausgereift. Daher war das Projekt nur kurz am Start und wurde dann entschlossen wieder abgeschaltet und der Filter ist jetzt erst einmal wieder in der Werkstatt.

Und treue Phoenix-Seher werden es live verfolgt habe: Die "Linke" hat auf ihrem Vereinigungsparteitag mit elektronischen Wahlgeräten abstimmen lassen. Es hat wohl weniger Spaß gemacht, immer recht lang gedauert, gab Probleme bei der Bedienung und man fragte sich welches Signal die neue Partei denn damit setzen wollte. Nach Technik und Sicherheit der Geräte wurde erst gar nicht gefragt. Sollte wohl modern sein - angesichts der winkenden Menschen, die Probleme mit dem Gerät hatten und die mit immer neuen Countdowns zum Abschluss der Wahl konfrontiert wurden, wäre die gute alte Stimmkarte vielleicht einfacher gewesen.

Aber nächste Woche wird sicher alles besser!

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