Kontakt  Presse  reticon-Redakteure   Impressum   Datenschutz  
reticon Bildung und Neue Medien
reticon - Bildung und Neue Medien

McKinsey-Bildungskongress

McKinsey-Bildungskongress

28.10.2005, (RK)

Auf dem zweiten, von der Unternehmensberatung McKinsey ausgerichteten Berliner Bildungskongress zur frühkindlichen Entwicklung diskutierten Experten wie PISA-Koordinator Andreas Schleicher und die designierte Bundesbildungsministerin den Reformbedarf der frühkindlichen Erziehungs- und Bildungsinfrastruktur.

Hubert Markl, ehemaliger Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, war einer von über zwanzig hochkarätigen Referenten des McKinsey-Kongresses am 26. und 27.10.2005 in Berlin. In Anwesenheit der designierten Bundesbildungsministerin Annette Schavan und des Pisa-Koordinators Andreas Schleicher debattierten mehr als 400 Teilnehmer in der Deutschen Staatsoper über "frühkindliche Bildung". 

Jürgen Kluge, Deutschland-Chef des Kongressveranstalters McKinsey, plädierte für "einen barriere- und gebührenfreien Kindergarten für alle Kinder bis zu sechs Jahren", sowie für die Einführung der Kita-Pflicht, wenigstens für das Jahr vor der Einschulung. Kluge forderte ein Engament des Staates mit jährlich 6,5 Milliarden Euro für Kindergärten. 2,6 Milliarden davon sollten in die Qualifizierung und höhere Bezahlung der Erzieher gehen. Mit dieser Aufwertung muss der Bedeutung der frühkindlichen Erziehung  für die Bildungsbiographie Rechnung getragen werden. Weiterhin wurde ein flächendeckendes Angebot an Betreuungsplätzen gefordert. Jedes vierte Kind soll dort künftig einen Platz bekommen.
Eine unabhängige Agentur zur Sicherung einheitlicher Qualitätsstandards in Kindergärten befand sich ebenso auf der Forderungsliste der Unternehmensberater.

Die Reaktion war zurückhaltend. Annette Schavan wollte "in der Sache nicht widersprechen", erinnerte aber daran, dass 35 Milliarden Euro im Bundeshaushalt gespart werden müssen. "Politik beginnt mit der Betrachtung der Wirklichkeit." Zum kostenfreien Kita-Besuch für alle fragte sie: "Wer ersetzt den Trägern die Gebühren?" Sie plädierte für pragmatische Wege. Zunächst sollten Fakten, Beispiele, Initiativen geschaffen werden. Die frühkindliche Bildung müsse Teil der Strukturpolitik der nächsten fünf Jahre sein. Gefragt, ob das Kindergeld nicht eine Fehlinvestition sei, antwortete sie: "Man muss alles auf seine Wirksamkeit hin prüfen". Allerdings sei für viele schlechter Verdienende das Kindergeld Teil ihres Budgets. Zur bundesweiten Verantwortung sagte sie: "Wir werden das, was wir im Rahmen der Länder beschlossen haben, weiterführen". Dazu gehören Kita-Bildungsstandards. Schavan kann sich auch ein gemeinsames Qualitätsinstitut vorstellen.

In der dritten Runde der Koalitionsverhandlungen in Berlin hatten sich SPD und CDU am Donnerstag mit dem Themenkomplex Bildung und Forschung beschäftigt.

Mit Blick auf das Thema frühkindliche Bildung sagten Angela Merkel und Franz Müntefering, dass sich die Arbeitsgruppe "Familie" für einen Ausbau des Angebots ausgesprochen habe. Auf dem McKinsey-Kongress machte die designierte Bildungsministerin Annette Schavan allerdings deutlich, dass bei den enormen Defiziten im Bundeshaushalt keine großen Sprünge zu erwarten seien. Außerdem betonte Schavan die grundsätzliche gute Ausgangslage: "Bildungsprogramme gibt es so viele wie für keine Generation zuvor." Wiederholt wandte Schavan gegen eine Zuständigkeit des Bundes für frühkindliche Bildung in Kindertagesstätten. Schavan, die als Bildungsministerin in Baden-Württemberg immer das Primat der Länder in Bildungsfragen verteidigt hatte, sagte: "Ich werde nicht vom Saulus zum Paulus werden."

Die CDU-Politikerin verwies auf einen Rahmenplan der Kultusministerkonferenz der Länder für Bildungsstandards in der Schule. Ein solcher Plan für einheitliche Qualitätsstandards könne auch auf den frühkindlichen Bereich ausgeweitet werden. "Bereitschaft dafür ist im hohen Maße vorhanden", sagte sie.

(Quelle: FTD/BZ)

In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT findet sich zum Thema frühkindliche Erziehung und Bildung ein Interview mit dem McKinsey-Deutschland-Chef Jürgen Kluge. Lesen Sie das Interview "Mehr Staat!" in der Online-Ausgabe von DIE ZEIT. Klicken Sie hier...

Weitere Informationen zur Bildungsinitiative von McKinsey unter mckinsey-bildet.de

 

Informationen zum Artikel

blog comments powered by Disqus

Verwandte News

  • Keine verwandten News gefunden.

Verwandte Reporte

  • Keine verwandten Reporte gefunden.

RSS & Social Media

rss-Bild
rss-Bild
rss-Bild
rss-Bild

myreticon

E-Mail
Passwort Login

myreticon wird zum 30.06.2012 eingestellt, bitte sichern Sie Ihre Daten.

Infos & Hilfe | Registrieren

Kostenlose Newsletter

Wöchentliches Newsletter
Tägliche Medientipps

E-Mail:  

reticon-Quiz

Wo wird das längste Musikstück aufgeführt?
Ihre Antwort:
 

» Alle reticon Quiz-Fragen

Sprüche & Zitate

Non plus ultra. Bis hierher und nicht weiter.

Pindar