Dass Blogs inzwischen eine immer größere Bedeutung spielen, liest man inzwischen an jeder Ecke. Am heutigen Abend gehörten Live-Blogs zu einer interessanten Ergänzung zu dem TV Duell zwischen Angela Merkel und Gerhard Schröder. Auch die Parteien wissen inzwischen auf Blogs zu setzen.
Der Start war allerdings etwas holpernd gerade bei den Parteien. Die CDU bloggte unter www.wahlfakten.de - doch erst nach über 20 Minuten tat sich dort etwas. Die SPD bloggte unter roteblogs.de - der Start wurde hier deutlich gewonnen. Auch im Schluss-Spurt zogen die SPDler davon.
Inhaltlich orientierte man sich offensichtlich am amerikanischen Wahlkampf. Da wurden Zitate genommen und ruck zuck Gegenpositionen bezogen, am besten natürlich mit Quellenangaben, die die Unstimmigkeiten belegen sollen. So sauber das klingt, natürlich herrscht auch hier Wahlkampf und es werden Diskussionen nur verkürzt wiedergegeben, da sich ansonsten das Gegenzitat nicht passend unterbringen wird.
Aber auch jenseits der Parteiblogs wurde fleißg gearbeitet - und durchaus interessanter. Auf www.lautgeben.de wurde gechattet und gebloggt was das Zeug hält.
Das TV Duell wurde von den vier großen Sendern übertragen (ARD, ZDF, Sat.1, RTL). Die Fragen wurden von nun insgesamt vier Journalisten, verteilt auf die vier teilnehmenden Sender, gestellt. Dabei störten die Kopfschiefhalterin und Stichwortgeberin Sabine Christiansen und der hochnervöse Thomas Kausch von Sat1 die angenehme Professionalität von Peter Kloeppel (RTL) und Maybritt Illner (ZDF).
Und jetzt geht die Diskussion schon los, wer denn das TV Duell "gewonnen" hat. Lustig, dass in der ARD Diskussionrunde allen Ernstes Arbteitsminister Wolfgang Clement und Hessens Ministerpräsident Roland Koch eingeladen waren. "Jetzt mal ehrlich ... wen fanden SIE besser?" Ach so!
Grauenvoll sind die Standardantworten, egal ob Kauder oder Müntefering. Die Statements waren sicher schon geschrieben, lange bevor die Duelle stattfanden. Und so gewann man den Eindruck, dass hier Statements abgespult wurden aber weniger auf Fragen geantwortet wurde.
Und so schaukelt sich die Medienwelt weiter zum nächsten Großereignis hoch - nur noch zwei Wochen bis zur Bundestagswahl. Um Inhalte geht es schon lange nicht mehr - gefragt ist die beste Inszenierung, zumindest denkt man den Wähler aus Parteisicht so am besten zu erreichen. Für die Medien sind die Mega-Ereignisse selbst die relevanten Dinge. Schöner könnte es nicht sein: Vom Weltjugendtag zum Hurricane nach New Orleans, zum TV-Duell und zur Bundestagswahl und dann mit langem Atem auf die Fußballweltmeisterschaft stürzen.
Aber warten wir die Reaktionen in den Medien in den nächsten Tagen ab.
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